Armin Hillingshäuser setzt als Kandidat der Freien Wähler auf erneuerbare Energien und die Stärkung der Kommunen. Foto: Andreas Galonska

Westerwaldkreis – Geboren wurde er im Westerwald, aber er ist seit langer Zeit im Rhein-Lahn-Kreis zu Hause – eigentlich ideale Bedingungen für einen Direktkandidaten bei der anstehenden Bundestagswahl. Dabei tritt Armin Hillingshäuser aus Holzheim für die Freien Wähler an. Für ihn spielt die Stärkung der Kommunen eine große Rolle. Armin Hillingshäuser setzt als Kandidat der Freien Wähler auf erneuerbare Energien und die Stärkung der Kommunen. Foto: Andreas Galonska

Von unserem Redakteur Andreas Galonska

Er ist über die FWG vor Jahren in die Kommunalpolitik eingestiegen, weil er Ideen und Vorschläge durch den damaligen Gemeinderat nicht ausreichend berücksichtigt sah. Nun will Armin Hillingshäuser (52), der schon Direktkandidat bei der Landtagswahl war, den Schritt in Richtung Bundestag gehen.

„Wir müssen die Verantwortung für nachfolgende Generationen übernehmen und mehr für die Energiewende tun“, meint er zu einem weiteren zentralen Punkt. Die bisherigen Schritte sieht der FWG-Kandidat als bestenfalls halbherzig an. „Die CDU torpediert aus meiner Sicht ein wirkliches Umdenken in der Energiepolitik. Sie handelt nicht aus Überzeugung, sondern nur aus Taktik“, wirft er der größten Regierungspartei vor. Bundesweit müsse deutlich auf erneuerbare Energien gesetzt werden. Weg von Atom- und Kohlestrom, hin zu Wind- und Solarenergie – das ist die Überzeugung des Direktkandidaten der Freien Wähler. In gewisser Weise kann er die Proteste gegen Windenergie zwar verstehen. „Man muss aber auch sehen, dass die Anlagen inzwischen deutlich leiser geworden sind“, gibt er zu bedenken. Die Automobilindustrie soll seiner Meinung nach dazu gebracht werden, stärker auf Elektrotechnik zu setzen. „Die jetzigen Benzinschleudern wird es irgendwann einfach nicht mehr geben. E-Autos müssen sich aber auch für den Verbraucher rechnen“, betont er.

Armin Hillingshäuser tritt für mehr Transparenz und eine direktere Beteiligung der Bürger am politischen Entscheidungsprozess ein. „Wir haben derzeit eine indirekte Demokratie, die sich aus der Entwicklung nach dem Krieg erklären lässt. Jetzt sollten wir aber die Bürger stärker einbinden und über Bürgerbegehren zu Bürgerentscheiden kommen“, fordert Armin Hillingshäuser. Bei bedeutsamen Fragen wie der Umbildung der Bundeswehr und der Euro-Rettung hätte er sich Plebiszite gewünscht. Offen ist für ihn noch die Frage, ab welcher prozentualen Beteiligung ein Bürgerbegehren erfolgreich sein soll. „Das müsste noch untersucht werden“, schätzt der FWG-Kandidat.

Kritisch sieht der Bundestagskandidat die Tätigkeit von Lobbyisten, die er eindämmen will. „Lobbyismus ist teils legale Korruption – das verträgt sich einfach nicht mit einem Rechtsstaat“, moniert der 52-Jährige. Hillingshäuser spricht sich auch gegen einen Zwang zur Fusion von Verbandsgemeinden aus. Anders sieht er die Lage auf Ebene der Bundesländer, wo manches durch Zusammenlegungen vereinfacht werden könnte. „Warum soll man nicht aus dem Saarland, Rheinland-Pfalz und Hessen ein gemeinsames Land machen?“, fragt er.

Sozialpolitisch müsse im Bund mehr für Familien getan werden. „Alle reden vom demografischen Wandel, aber es wird – beispielsweise für Kindergärten – zu wenig gemacht“, kritisiert der FWG-Bewerber. Würde mehr Geld in Soziales fließen, dann müsste bei der Rüstung gespart werden. „Die Auslandseinsätze der Bundeswehr müssen überdacht werden“, merkt er an. Im Fall Syrien sollte besser auf die Diplomatie und auf ein gemeinsames Vorgehen aller Rechtsstaaten gesetzt werden statt auf militärische Lösungen.

Zur Person in Kürze

  • Name: Armin Hillingshäuser
  • Geboren: 28. Mai 1961 in Hilgert
  • Aufgewachsen: in Niederneisen
  • Wohnhaft: in Holzheim
  • Familienstand: seit 23 Jahren mit Ehefrau Marion verheiratet, eine Tochter
  • Hobby: ist aktiv bei Nabu und BUND und fährt gern Motorrad
  • Ausbildung: zum Elektroanlageninstallateur
  • Beruf: seit 1987 Angestellter bei verschiedenen Firmen der Passavantgruppe
  • Partei: 2009 Gründung der FWG Holzheim, Mitglied FWG der VG Diez, seit 2010 Mitglied der Bundesvereinigung der Freien Wähler
  • Kontakt: E-Mail an 
a.hillingshaeuser@fwrlp.de

RLZ 17.09.2013

 

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