Sind froh, wenn die Alarmsirenen in Holzheim auch weiterhin stumm bleiben: Die aktiven Feuerwehrfrauen und -männer um Wehrführer Dirk Weber (dritter von rechts) und den Ehrenvorsitzenden Arno Fetter (zweiter von links). Foto: Uli Pohl

Auch ohne große Brände macht die Holzheimer Wehr von sich reden

HOLZHEIM. Am besten ist es, wenn man nichts zu tun hat. Eine Aussage, über die sich wohl jede Feuerwehr freuen dürfte. Für die Brandbekämpfer aus Holzheim gehört der Satz seit längerem zum Alltag. Glücklicherweise. „Wirklich große Einsätze hatten wir in den vergangenen Jahren Gott sei Dank keine“, berichtet Wehrführer Dirk Weber. „Der letzte liegt rund zehn Jahre zurück“, fügt der Ehrenvorsitzende der Freiwilligen Feuerwehr Holzheim, Arno Fetter, hinzu. Was nicht heißen soll, dass die Holzheimer Feuerwehrleute weniger aktiv sind als andere. Ganz im Gegenteil.

Sind froh, wenn die Alarmsirenen in Holzheim auch weiterhin stumm bleiben: Die aktiven Feuerwehrfrauen und -männer um Wehrführer Dirk Weber (dritter von rechts) und den Ehrenvorsitzenden Arno Fetter (zweiter von links). Foto: Uli Pohl
Sind froh, wenn die Alarmsirenen in Holzheim auch weiterhin stumm bleiben: Die aktiven Feuerwehrfrauen und -männer um Wehrführer Dirk Weber (dritter von rechts) und den Ehrenvorsitzenden Arno Fetter (zweiter von links). Foto: Uli Pohl

Bei der traditionellen Abnahme der Leistungsabzeichen in Bronze, Silber und Gold, gibt es wohl keine andere Wehr im gesamten Kreis, die den Holzheimern das Wasser reichen könnte. „Wir haben seit 1982 insgesamt rund 200 Abzeichen geholt. Mehr hat im gesamten Rhein- Lahn-Kreis keine Feuerwehr vorzuweisen“, berichtet Fetter stolz. Nicht minder erfolgreich sind die Holzheimer „Feuerengel“ bei den ebenfalls regelmäßig abgehaltenen Geschicklichkeitsprüfungen für Einsatzfahrer.

„Seit 1985 ist auch da immer mindestens einer unserer Leute ganz vorne mit dabei“, berichtet Dirk Weber und hebt insbesondere Thorsten Koch hervor: „Der gewinnt fast immer“. Obwohl die Holzheimer selbst nur im Besitz eines TSF, also eines Tragkraftspritzenfahrzeuges sind, nehmen sie meist sowohl in der TSF-, als auch in der TLF-Klasse (Tanklöschfahrzeug) teil. Die Freiwillige Feuerwehr aus der Aargemeinde stellte sogar schon den Kreismeister und fuhr im Landesentscheid mit.


Nicht nur Feuerwehrmänner

Seit 1963 hat die Ortsgemeinde Holzheim eigene Brandbekämpfer. Heute zählt die Freiwillige Feuerwehr insgesamt 280 Mitglieder. Wehrführer ist Dirk Weber, Michael Reusch dessen Stellvertreter. Unter den 35 aktiven Wehrleuten sind allein sechs Frauen. „Es waren allerdings auch schon mehr“, bedauert Viola Backhausen den weiblichen Rückgang. „Die Frauengruppe besteht seit 1992. Wir üben separat, müssen aber das gleiche leisten wie die Männer“, so die Feuerwehrfrau. Die Jugendfeuerwehr wurde 1979 gegründet und zählt derzeit 18 Nachwuchskräfte. (hp)


Doch auch außerhalb von TSF, TLF und Gerätehaus sind die Floriansjünger engagiert und nur schwer aus dem Dorfgeschehen wegzudenken. Allein in der „fünften Jahreszeit“ ginge ohne sie nichts, veranstaltet die Wehr mit Kinderkappensitzung, Maskenball und Rosenmontagsball immerhin gleich drei närrische Höhepunkte der Holzheimer Fastnacht. Ebenfalls einen festen Platz im alljährlichen Veranstaltungskalender haben das Fußballturnier sowie der Grillabend.

Überdies betreiben die Wehrleute seit rund 20 Jahren eine intensive Pflege der freundschaftlichen Kontakte mit der Holzheimer Partnergemeinde Mönkeberg bei Kiel. „Dies geschieht in erster Linie in Form von Besuchen und Gegenbesuchen“, so Wehrführer Dirk Weber.

Nicht weniger aktiv und engagiert ist auch der FeuerwehrNachwuchs der Aargemeinde. Unter anderem zeichnen die 10- bis 15Jährigen für den „Ökotag“ verantwortlich, an dem sie die Umgebung von sämtlichem Unrat säubern. Ebenfalls in den Händen der Jugendfeuerwehr liegt das alljährliche Weihnachtsbaum- Einsammeln. Und auch an verschiedenen Feuerwehr- Wettkämpfen sowie Fußballturnieren nehmen die Jungen und Mädchen regelmäßig teil. „In diesem Jahr konnten wir sogar den VerbandsgemeindeWettkampf gewinnen“, so Bodo Kerberger, der in Holzheim unter anderem für die Jugendfeuerwehrausbildung zuständig ist.

Zu einer festen Einrichtung könnte künftig die Aktion „Branderziehung“ werden, die in diesem Jahr erstmals in Zusammenarbeit mit der Bücherei angeboten wurde. „Anschließend konnten wir gleich vier neue Nachwuchskräfte verbuchen“, berichtet Weber vom Erfolg der Veranstaltung. Bleibt zu hoffen, dass die Alarmsirenen in Holzheim auch weiterhin stumm bleiben und die positiven Nachrichten der Floriansjünger lediglich auf gewonnene Wettkämpfe und neuen Nachwuchs zurückzuführen sind. 

Holger Pöritzsch
Rh.-Lahn-Ztg. Diez vom Freitag, 24. September 2004, Seite 19

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