Die Nachwuchsimker sind ein Beispiel dafür, dass sich in Winden auch die Jugend ehrenamtlich engagiert.

Wettbewerb – Jury besucht Winden und Obernhof

Von unserem Redakteur Carlo Rosenkranz

Winden/Obernhof. Die Jury des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ hat am Donnerstag Winden und Obernhof besucht. Zuletzt war die Delegation unter Leitung von Horst Klöckner vor zwei Jahren in den beiden Gemeinden zu Gast. Beim erneuten je zweistündigen Rundgang stellten die Fachleute des Kreisentscheids fest: Es gibt keinen Stillstand. Viele damals angekündigte Projekte sind vollendet, zahlreiche neue begonnen worden. Und es gibt noch eine Fülle weiterer Ideen.

Entsprechend positiv äußerte sich Klöckner bei einem ersten Fazit: „Wir sind sehr beeindruckt“ und „was hier passiert, ist herausragend“ lauteten seine Botschaften an die Bürger in Winden und Obernhof.

Gleich neben Windens Kirche stellte Ortsbürgermeister Gebhard Linscheid der Jury Musterbeispiele und Problempunkte vor. Dort steht ein altes Haus, das von einer jungen Familie erworben und von Grund auf saniert wurde. Dafür gab es einen Zuschuss aus dem Dorferneuerungsprogramm. Gleich daneben ist die Dorfkneipe, die nach dem Scheitern zweier Pächter wieder leersteht. Bislang konnten sich Eigentümer und Gemeinde nicht auf einen Kaufpreis einigen.

Für die ebenfalls nahe gelegene ehemalige Bäckerei hingegen arbeitet die Gemeinde bereits an einem Nutzungskonzept. In Zukunft soll eine Gestaltungssatzung helfen, den Charakter des alten Dorfkerns zu erhalten. Dass der Nachwuchs sich engagiert, zeigten unter anderem die drei Jungimker Tobias Handwerker, Lukas Eschenauer und Hendrik Ewert. Sie und ein Dutzend weitere Bürger kümmern sich um die Bienenvölker, die hinter dem Dorfcafé angesiedelt sind.

Die Nachwuchsimker sind ein Beispiel dafür, dass sich in Winden auch die Jugend ehrenamtlich engagiert.
Die Nachwuchsimker sind ein Beispiel dafür, dass sich in Winden auch die Jugend ehrenamtlich engagiert.


Beim Besuch des Bürgerhauses sagte Bürgermeister Udo Rau, dass die Verbandsgemeine eine Erweiterung der Kindertagesstätte erwäge. Dazu gehört auch ein neuer Spielbereich im großen Saal. Zudem werde der Außenbereich neu gestaltet.

„Es ist die einzige Einrichtung in der VG, in der die Nachfrage das Platzangebot übersteigt“, sagte der Bürgermeister. Ein neues touristisches Angebot will man in Winden mit Stellplätzen für Wohnmobile schaffen. Zudem will man Bürger bei der Einrichtung von Ferienwohnungen unterstützen. Im Rahmen der Flurbereinigung sollen innerörtliche Fußwegverbindungen geschaffen werden.

Ein neues Projekt soll Kinder aus der Landeshauptstadt Mainz und aus Winden im Rahmen eines Sommercamps zusammenbringen. Eine beeindruckend große Zahl von Bürgern empfing die Jury im Generationengarten in Obernhof. Dieser war beim letzten Besuch der Kreiskommission noch eine Idee auf dem Papier.

Der Erhalt und die Belebung der typischen Ortskernbebauung sind Ziele der Ortsentwicklung auch in Obernhof. Beim Gang durch die Borngasse sieht die Jury gelungene Beispiele.Fotos: Carlo Rosenkranz
Der Erhalt und die Belebung der typischen Ortskernbebauung sind Ziele der Ortsentwicklung auch in Obernhof.
Beim Gang durch die Borngasse sieht die Jury gelungene Beispiele.
Fotos: Carlo Rosenkranz


Wie auch die Friedhofsanierung und vieles andere wurde das Projekt ausschließlich durch ehrenamtliche Arbeit und quasi ohne Kosten für die Ortsgemeinde umgesetzt. Ortsbürgermeister Karl-Friedrich Merz berichtete von Hans Patsch, der im Dorf die öffentlichen Grünflächen kostenlos mäht. Anwohner hielten einen Wanderrastplatz in Schuss und pflegten die bepflanzten Weinfässer entlang der Hauptstraße.

Eltern, Kinder und Jugendliche haben selbst gefertigte Engelfiguren an den Straßen aufgestellt und gelbe Fußspuren auf dem Bürgersteig markiert, um die Verkehrssicherheit zu erhöhen. Markus Lotz machte deutlich, dass es im vergangenen Jahr an 39 Wochenenden ehrenamtliche Arbeitseinsätze gegeben hat.

Der neue Jugendbeirat wurde in Obernhof ebenso thematisiert wie die geplante Neugestaltung des Spielplatzes. Ortschef Merz bezeichnete die laufende Flurbereinigung der Weinbergslagen als existenziell. „Obernhof muss sich weiter entwickeln. Deshalb dürfen wir nie fertig sein“, sagte er.

Heute fällt die Entscheidung

Zwölf Gemeinden im Kreis beteiligen sich 2014 an „Unser Dorf hat Zukunft“. Es sind Altendiez, Holzheim, Netzbach, Dachsenhausen, Hunzel, Weisel, Auel, Dahlheim, Lykershausen, Filsen, Winden und Obernhof.

Heute gibt die Kreisverwaltung die Entscheidung bekannt.

Quelle: Rh.-Lahn-Ztg. Bad Ems vom Freitag, 16. Mai 2014, Seite 24

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