Karikatur: Kahl

Karikatur: Kahl

Das Wetter bot ideale Wanderbedingungen, und so schnürten rund 450 Schulkinder aus der Region ihre Wanderschuhe, um die herrliche Landschaft rund um Holzheim und die Ardeck zu erkunden.

Grundschüler der Schulen in Niederneisen, Freiendiez (Pestalozzi-Schule) und Limburg (Goetheschule) hatten ihren Schulwandertag auf einen gemeinsamen Tag gelegt, und so liefen sie von ihrem Schulstandort bis zur Ardeckhalle in Holzheim und wieder zurück. Zu den Schulen kam noch der Kindergarten „Am Hexenberg“ aus Diez hinzu. In der Ardeckhalle wurde es schon früh am Morgen eng. Teilweise platze das Gebäude fast aus ihren Nähten. Der Andrang vor den Verpflegungstischen und den Stellwänden mit Informationen und Fotos über den Holzheimer Partnerdistrikt Rambura, vor allem über die Primarschule Ntarama, war riesig.

Sogar die Polizei half

Der Benefizwandertag für Ruanda, die seit 1999 im Zwei-Jahres-Rhythmus von der Ruandahilfe der Ortsgemeinde Holzheim, der Ruanda Stiftung Helmut Weimar in Zusammenarbeit mit den Wanderfreunden „Die Tramps“ aus Flacht ausgerichtet wird, wurde auch diesmal von den bewährten Hilfskräften in der Halle oder auf der Strecke begleitet. Hilfe erfuhr „Cheforganisator“ Helmut Weimar zudem von der Polizei Diez, die aufgrund der derzeit gesperrten Unterführung des Aartal-Radwanderweges die Kinder sicher über die B 54 geleitete.

Der Gesamterlös des Wandertages wird für die dringend notwendige Renovierung und den teilweisen Neubau der von 1450 Kindern besuchten Primarschule Ntarama im Holzheimer Partnerschaftssektor Rambura verwendet. Wegen der schlechten Zuwegung konnte diese Schule bisher noch nicht besucht werden. Das Gebäude liegt auf 2500 Metern Höhe in den Bergen, abseits der Hauptverkehrswege. Es ist die letzte der von insgesamt 8000 Schülerinnen und Schülern besuchten neun Primarschulen Ramburas, die noch nicht mit Holzheimer Hilfe neu gebaut oder renoviert wurde. Die derzeitige Bausubstanz ist sehr marode und in diesem Zustand ein Gesundheitsrisiko für Schüler und Lehrer. Die menschenunwürdige Beschaffenheit der Primarschule (baufällige Lehmbauten) wurde in der Ardeckhalle bildlich dokumentiert.

Befragt, was denn solch eine Renovierung ungefähr kosten könnte, antworteten die achtjährigen Jara, Zoe und Finn von der Pestalozzischule Diez übereinstimmend: „Bestimmt ganz schön viel, so tausend Euro!“ Und wo denn Ruanda eigentlich liege, das wusste Zoe, die in Uganda geboren wurde und noch zu Beginn des Jahres in Amerika lebte.

Zwei Euro pro Kind

Alle drei sind der Überzeugung, dass ihre zwei Euro Startgebühr „mit Sicherheit gut gebraucht werden kann“; Finn versicherte: „Ich würde immer wieder für solch eine Sache wandern, weil es macht ja auch noch Spaß.“ Über die Kosten für die Schulsanierung klärte Helmut Weimar schließlich auf: Insgesamt werden rund 90 000 Euro gebraucht. Die Bauarbeiten werden in zwei Abschnitten ausgeführt.

© rpk

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