Ruandafreunde besuchten Holzheimer Partnerschaftssektor in Ruanda

Holzheim/Rambura

Die offizielle Einweihung sechs neuer Klassenräume in der Mädchensekundarschule Rambura Filles nahmen der Vorsitzende der nach ihm genannten Ruanda Stiftung Helmut Weimar,  die beiden Stiftungsratsmitglieder Konrad Schuler und Frank Zwanziger sowie Michael Reuter, Stellvert. Schulleiter des  Oranien- Campus Altendiez (digitale Partnerschule von Ranbura Filles) zum Anlass, diese Schule und weitere Partnerschaftsprojekte in dem Holzheimer Partnerschaftssektor Rambura zu besuchen . Das Besucherteam wurde  ergänzt durch die Ruandafreunde/innen Sigrid Weimar, Petra Hofmann, Angelika Lehmkuhl, Miriam Hofmann, Franziska Schuler, Saskia Jonas und Frederik Schuler. Für einige war es das erste Mal dieses schöne Partnerland von Rheinland-Pfalz in Ostafrika kennenzulernen.   

Für an der Natur interessierte Besucher Ruandas gehören ein Besuch der Berggorillas oder des Akagera – Nationalparks zum touristischen Programm.  Ein Gorillabesuch in den Virunga-Vulkanen war aus Kostengründen (1500, – USD)  für die Reisgruppe z.Zt. nicht finanzierbar, daher besuchte man den wildreichen Akagera- Nationalpark an der Grenze zu Tansania, in dem fast alle Wildtiere Afrikas aus nächster Nähe beobachtet werden können. Neben den Big Fives Elefanten, Löwen und Büffel  konnten aus nächster Nähe Massai- Giraffen, Impalas, Zebras, Wasserböcke, Topi- Antilopen, Warzenschweine, Affen, Nilpferde, Krokodile usw. gesehen werden. Zwei Nashörner, ein Geschenk des Prager Zoos, waren zwecks Auswilderung in einem Gehege. Nach diesem erlebnisreichen Sonntagsausflug begann dann  am Montag der Arbeitsbesuch im Partnerschaftssektor Rambura im Nordwesten des Landes.

Zunächst ging es zur Primarschule Birembo, im früheren Partnerschaftssektor Holzheims. Hier wurde vor 31 Jahren auf einem Bergrücken die kommunale Partnerschaft gegründet. Der Bau dieser Schule war das erste Partnerschaftsprojekt bei dem der Holzheimer Stammtisch „ Spätheimkehrer“ mit Helmut Weimar in zwei  Arbeitseinsätzen aktiv tätig war. Die Primarschule Birembo war seinerzeit die erste Primarschule Ruandas die mit Strom versorgt wurde. Das Besucherteam wurde , wie immer, begeistert empfangen. Junge Turner und Tanzgruppen zeigten ihr Können. Die Primarschule wird zurzeit von 900 Kindern besucht. Die Schule erhielt in diesem Jahr 450 neue Schreibpulte, gefertigt von Schreinern aus  der Region, überwiegend finanziert von den Schmitz-Stiftungen Düsseldorf. 

Mit dem folgenden  Besuch des  Berufsausbildungszentrums Kibihekane endete der 1. Besuchstag in Rambura. Durch den neuen Schulleiter Julien Rusaro und die Schülerinnen und Schüler des Ausbildungszentrums für technische Handwerksberufe wurden auch hier die Gäste aus Holzheim und der Region mit Tanz und Modeschau mit viel Beifall begrüßt. Stolz ist die Schule auf eine Solartherme, eine Spende der Handwerkskammer Koblenz. Hier werden insbesondere Lehrer aus allen Landesteilen Ruandas in Solartechnik ausgebildet. Was fehlt, sind Übernachtungsmöglichkeiten vor Ort.

Nach Übernachtung in Rubavu, der Grenzstadt zur DR Kongo, kam es am nächsten Tag zum Höhepunkt des Besuchs: Einweihung von sechs neuen Klassenräume der Mädchensekundarschule  Rambura Filles (auch digitale Partnerschule des Oranien-Campus Altendiez). Die alten, dunklen  Klassenräume waren einsturzgefährdet und wurden durch neue, helle Klassenräume in einstöckiger Bauweise ersetzt. Ein großartiger Festakt in der Aula  mit Dankesworten und Vorführungen der Schülerinnen  standen im Mittelpunkt des Besuchstages. Michael Reuter kontaktierte zwischenzeitlich den Oranien-Campus über Skype und ließ so Schülerinnen, Schüler und Lehrer des Campus an dem Fest teilhaben. Nächstes Partnerschaftsprojekt ist die aufgrund steigender Schülerinnenzahlen die Erweiterung des Speisesaals und die Renovierung der Küche. Ein  Förderantrag liegt vorMit dem Erlös des Ruandatages am 21. September 2019 möchte der Oranien-Campus zur Finanzierung des Projekts beitragen.

Wegen starker Regenfälle musste das anschließend geplante Fußballspiel  des Rambura WFC ausfallen. Mit Trainerin Consolee ihren ca. 40 Spielerinnen, Vorstand und Mannschaftsarzt wurde in der Aula die weitere Entwicklung des Teams und die Jugendarbeit besprochen. Die Mannschaft hatte bekanntlich in der 1. Division Ruandas den 4. Tabellenplatz belegt . Die kommende Saison beginnt im Januar 2020. Die Mannschaft bat um finanzielle Unterstützung, insbesondere für die Jugendarbeit. Paula Zwanziger übergab Consolee drei neue Fußbälle.

Den Abschluss dieses Arbeitsbesuchs kam es am kommenden Tag zu Gesprächen in der inmitten von Teeplantagen und Viehweiden gelegenen Primarschule Nyiragikokora. Anlässlich des Empfangs bedankte sich der Schulleiter  für die kleine Solaranlage von Mobisol.  Helmut Weimar wurde bei seinem Februarbesuch gebeten, die fehlende Stromversorgung an dieser Schule zu beenden. Er gab noch  vor Ort den Auftrag eine kleine Solaranlage zu installieren. Schon 2 Wochen später konnten mit dieser kostengünstigen, einfachen Solaranlage 6 Klassenräume, Zimmer des Schulleiters mit 2 Laptops und einer Aufladeeinrichtung für Handys mit Solarstom versorgt werden. Der anwesende Schulleiter der in der Nähe gelegenen katholischen Primarschule Mutaho hat das gleiche Problem und wünscht sich ebenfalls eine solche Anlage. Wenn Mittel ( 2 000, 00  € – Spenden ?) zur Verfügung stehen, wird auch dieser Wunsch in absehbarer Zeit erfüllt werden können. Die Primarschule Mutaho ist eine kleine Schule auf einem Berg und ist nur über einen Fußweg erreichbar. Durch Vermittlung von Helmut Weimar hat die befreundete Fly & Help Stiftung von Reiner Meutsch dort im letzten Jahr die alten Klassenräume aus Lehm abgerissen und durch neue ersetzt.

Die Schule und die Siedlung Nyiragikokora  haben kein sauberes Trinkwasser. Ein Förderantrag über eine 3,2 km langen Rohrleitung von der Quelle bis zur Zapfstelle liegt vor. Nach einem Gespräch mit dem Baukoordinator des Koordinationsbüros, Franz Eichinger, sollte diese Planung wegen zu erwartender Probleme nicht weiter verfolgt werden. Favorisiert wird eine Bohrung in der Nähe der Schule mit Solarpumpe. Der Sektor Rambura wird einen entsprechenden Antrag stellen. Eine Finanzierung ist nur mit Bundesmitteln (Marshall –Plan für Afrika) möglich. Eine Stadtrundfahrt in Kigali mit abschließendem Essen im New Kaktus rundete das  erlebnisreiche Besuchsprogramm ab, welches allen Reiseteilnehmern noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Empfang in der Primarschule in Birembo.
Die jüngsten Schülerinnen und Schüler der Primarschule Birembo begrüßen die Gäste aus Holzheim und der Verbandsgemeinde Diez.
Mit Durchschneiden des Bandes durch den Holzheimer Ruandabeauftragten
Helmut Weimar(mit geschenktem Hut) wurden die 6 neuen Klassenräume offiziell eingewiehen. Mit dabei waren Sigrid Weimar, Esron (Sektorchef Rambura), Michael Reuter
(Stelvertr. Schulleiter Campus Altendiez) und Consolee (Trainerin Rambura WFC).
Consolee berichtet Helmut Weimar und dem Vorstand über ihre Trainingsarbeit und ihre Vorbereitungen für die kommende Saison mit Rambura WFC in der 1. Division Ruandas
sowie den Aufbau von weiblichen Jugendmannschaften U 15 und U 17.
Verabschiedung der Gäste in der Aula der Sekundarschule Rambura Filles mit Schülerinnen und Lehrern der Sekundarschule.
Afrikanische Modeschau der Schülerinnen der Sekundarschule Rambura Filles.
Im Hintergrund: Deutsch Fahne im Großformat.

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