Zwei- und Vierbeiner machten sich von Niederneisen auf den Weg, um gegen die Aarumgehung zu protestieren. Foto: Anika Recktenwald

VerkehrRund 50 Bürger aus Niederneisen, Flacht, Oberneisen und Holzheim protestieren gegen neue Trasse

Von unserer Mitarbeiterin Anika Recktenwald

Zwei- und Vierbeiner machten sich von Niederneisen auf den Weg, um gegen die Aarumgehung zu protestieren. Foto: Anika Recktenwald

Zwei- und Vierbeiner machten sich von Niederneisen auf den Weg, um gegen die Aarumgehung zu protestieren. Foto: Anika Recktenwald

Niederneisen. Ganze Familien demonstrierten mit Kind und Kegel gegen die geplante Ortsumgehung der B 54 Flacht/Niederneisen. Am Sonntagnachmittag versammelten sich etwa 50 Menschen aus allen Generationen – vom Säugling bis zum Senior – am Bahnübergang in Niederneisen. Die Teilnehmer waren dem Ruf von „Ja zur Aar“ gefolgt. Der Verein lehnt alle vorgeschlagenen Trassen ab und hat vor diesem Hintergrund schon mit mehreren Aktionen für Aufsehen gesorgt.

Nun stand eine weitere Protestwanderung auf dem Programm. Carsten Jansing, Vorstandsmitglied von „Ja zur Aar“, freute sich über die rege Beteiligung. „Das ist vielleicht die letzte Möglichkeit vor der Einleitung des Raumordnungsverfahrens, die eigene Meinung kundzutun“, erklärte er. Die bunt gemischte Truppe, zu der auch zahlreiche Vierbeiner gehörten, setzte sich entlang der favorisierten Variante von Niederneisen in Richtung Flacht und Holzheim in Gang. „Ja zur Aar“ hatte die Linienführung mit Stäben und Absperrband eingegrenzt und simuliert. „So wollen wir den Menschen die Möglichkeit zur Visualisierung geben“, berichtete Jansing.

Mithilfe einer Lautsprecheranlage konnte die erwartete Lärmsituation dargestellt werden. „So ein Lkw kann schon mal gut 100 Dezibel erzeugen, je nachdem mit welcher Geschwindigkeit er die Straße entlangbrettert“, erklärte Jansing. Er machte aber auch deutlich, dass die Initiative für eine Entlastung der Anwohner der B 54 in Flacht und Niederneisen ist. Eine Umgehungsstraße würde die Verkehrsbelastung nicht beseitigen, sondern lediglich verlagern. Die Folge wäre die Zerstörung der Landschaft und damit auch eines Naherholungsgebiets.

Andere Vorschläge der Initiative zur Entschärfung der Verkehrssituation seien bisher kaum in Betracht gezogen worden. So plädiert die Initiative für Flüsterasphalt, ein Nachtfahrverbot für Lkw und eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 in der Nacht, wie sie in der Diezer Straße Limburg bereits existiert. Die an dem Protestmarsch beteiligten Bürger aus Niederneisen, Flacht, Holzheim und Oberneisen nutzten die Aktion am Sonntag, um gegen die Umgehung zu protestieren und sich über weitere Details zu informieren. Weitere Wanderungen, aber auch eine Podiumsdiskussion vor den Kommunalwahlen im Mai kommenden Jahres sind geplant. „Ja zur Aar“ rechnet bis zum Sommer nächsten Jahres mit einer Entscheidung über die Umgehung.

„Wir hoffen, dass im Rahmen der Entscheidungsfindung auch ein Meinungsbild der Betroffenen erhoben wird“, so Jansing. Es bestehe also die Hoffnung, dass sich die Umgehung abwenden lässt. „So etwas sollte nicht gegen den Willen der Bürger durchgesetzt werden.“

Weitere Informationen zu Protestaktionen gibt es im Internet unter www.ja-zur-aar.de

Rh.-Lahn-Ztg. Diez vom Dienstag, 26. November 2013, Seite 16

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