Rhein Lahn Kreis
Auswirkungen der neuen Trasse vor Ort erläutert

Auswirkungen der neuen Trasse vor Ort erläutert

Verkehr Verein „Ja zur Aar“, Nabu und BUND informieren über geplante Variante der Aar-Umgehung

Von unserer Mitarbeiterin Anika Recktenwald
Die Wanderung im Korridor der Variante IV lieferte an den Haltepunkten Informationen über die zu erwartenden Beeinträchtigungen der Lebensqualität und zu Veränderungen des Landschaftsbilds.Foto:Anika Recktenwald
Die Wanderung im Korridor der Variante IV lieferte an den Haltepunkten Informationen über die zu erwartenden Beeinträchtigungen der Lebensqualität und zu Veränderungen des Landschaftsbilds.
Foto:Anika Recktenwald


Aar. Sich Gedanken zu machen und Fragen zur geplanten Aarumgehung zu stellen, dazu forderte eine weitere Aktion des Vereins „Ja zur Aar“ in Zusammenarbeit mit dem Nabu Rhein-Lahn und dem BUND am Sonntag auf. Die drei Institutionen hatten zu einer Wanderung im Korridor der Variante IV der geplanten Ortsumgehung zur B 54 eingeladen.

„Es ist nicht schwer, die Variante abzugehen, und wir wollen, dass jeder dazu in der Lage ist sich vorzustellen, welche Höhen tatsächlich überwunden werden müssen“, sagte Manuela Schäfer von „Ja zur Aar. Mit einer kleinen Brücke ist es da nicht getan.“ Der Verein spricht sich gegen eine neue Trasse aus.

Bürger aller Generationen aus den betroffenen Orten Niederneisen, Flacht, Holzheim und Oberneisen, aber auch Auswärtige trafen sich, teilweise in Begleitung ihrer Tiere am Sportplatz in Holzheim. An einzelnen Haltepunkten informierten die Umgehungsgegner über die Konsequenzen, die die Umgehung für Natur und Landschaftsbild sowie die Wohnqualität in den betroffenen Gemeinden hätte.

  • So müsste am Sportplatz in Holzheim ein Brückenbauwerk errichtet werden.
  • Für die Bewohner der Wiesenstraße befürchten die Organisatoren der Wanderung eine deutliche Verschlechterung der Wohnqualität durch das Überschreiten von Immissionsgrenzwerten am Tag und in der Nacht.
  • Für die Aarauen zwischen Holzheim und Flacht würde die geplante Umgehung eine Zerschneidung bedeuten.
  • Durch Dammbauwerke und Verkehrslärm könnte es zu einer Entwertung des siedlungsnahen Freiraums kommen.
  • Ebenso verhält es sich im Hinterbachtal und dem Lohrbachtal östlich der Kläranlage.
  • Auch für das Wohngebiet Woog wird eine Verschlechterung der Wohnqualität erwartet.
  • Zudem würde die Umgehung über eine 200 Meter lange Brücke zwischen Niederneisen und Oberneisen wieder an die B 54 angeschlossen werden müssen.

Die Initiativen stellen sich derzeit vielen Fragen. Vor allem hofft man auf eine baldige Bürgerbefragung, vermutet aber, dass diese aus politischem Kalkül erst nach den Kommunalwahlen stattfinden wird.

Auch zweifeln sie am Bestand der geplanten Variante IV im Verlauf der weiteren Planungen.

Kritisch sehen die Initiativen auch, dass die Belange von Oberneisen und Holzheim in der Planung nicht ausreichend beachtet werden und sich lediglich auf die Bedürfnisse von Flacht und Niederneisen beziehen.

Eine Umgehung würde laut den Veranstaltern eigentlich nur Sinnergeben, wenn auch eine Umgehungsstraße zwischen Holzheim und Limburg entstehen würde. Die Umsetzung der Holzheimer Umfahrung ist jedoch zurzeit unwahrscheinlich.

Weiter betrachten es die Umgehungsgegner als kritisch, dass für die Variante IV keine eigenständige Verkehrsuntersuchung erfolgt sei. Vielmehr gäbe es lediglich eine allgemeine Verkehrsuntersuchung.

Mit der Wanderung sollten die Anlieger und andere interessierte Bürger der betroffenen Ortsgemeinden direkt informiert und dazu veranlasst werden, das Projekt für sich selbst zu reflektieren.

Demnächst ist eine Fotoausstellung mit dem Titel „Leben im Aartal“ geplant, bei der auf beheimatete Tier- und Pflanzenarten sowie das Landschaftsbild eingegangen wird.

Auch eine Broschüre, die über die verschiedenen Biotop-Typen im Aartal informiert, ist derzeit ebenfalls in Planung.

Rh.-Lahn-Ztg. Diez vom Mittwoch, 19. März 2014, Seite 15

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