Podium Der Verkehrsclub Deutschland diskutiert mit Politikern und Experten über Mobilität im ländlichen Raum

Von unserem Mitarbeiter Klaus Wissgott

Bad Ems. Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) hatte zu einer Diskussion zum Thema „Mobilität im ländlichen Raum“ in die Brunnenhalle des Häcker’s Grand Hotel in Bad Ems eingeladen. VCD-Landesvorsitzende Helga Schmadel (Oppenheim) konnte neben den geladenen Politikern und Fachleuten auch zahlreiche Zuhören begrüßen. Die Einführung in das Thema übernahm der stellvertretende Landesvorsitzende Mario Pott aus Bad Ems.

Zwar gingen die Schülerzahlen zurück, so Pott, „aber wir wollen, dass der älter werdenden Bevölkerung ein gut abgestimmtes öffentliches Nahverkehrsnetz auf der Schiene und der Straße mit Bussen zur Verfügung steht, damit das tägliche Leben – sei es für Arztbesuche, zum Einkaufen oder für die Freizeit – im ÖPNV gemeistert werden kann“.

 

Auch bedarfsgerechte Angebote, wie zum Beispiel das AST (Anruf-Sammel-Taxi) und die ALFA (Anruf-Linienfahrten) müssten noch mehr angeboten und ausgebaut werden.

Stephan Pauly, Geschäftsführer des Verkehrsverbundes Rhein-Mosel (VRM) stellte fest: „Die Schülerbeförderung im ländlichen Raum war bisher der Rückhalt der heimischen Busunternehmen. Dieser Rückhalt wird geringer und daher muss eine gemeinsame Strukturpolitik erfolgen.“ So werde die Lahntalbahn in Kürze in das VRM-Programm mit aufgenommen, erklärte der Geschäftsführer.

Günter Kern, Staatssekretär im rheinland-pfälzischen Innenministerium, stellte fest, dass es durch die unterschiedlichen, ländlich geprägten Strukturen im Land schwer wird, Mobilitätskonzepte zu entwickeln, die jedem Bürger gerecht werden.

Im Rhein-Lahn-Kreis sei dies aber durchaus gelungen. Ein verbessertes Schienennetz komme hinzu: „Die Aartalbahn – zwischen Diez und Zollhaus – wird in der zweiten Jahreshälfte 2016 in Betrieb gehen und auch die Lahntalbahn wird modernisiert, so ist der Rhein-Lahn-Kreis gut aufgestellt.“

Auch der Bad Emser Verbandsbürgermeister Josef Oster verwies auf die Lahntalbahn, bemängelte aber, dass nicht alle Bahnhöfe behindertengerecht ausgebaut sind. Ein gutes Angebot gebe es zudem im Emser Stadtverkehr, nur „gibt es in den Ferien erhebliche Angebotslücken“, sagte Oster. Denn schließlich hänge das Busangebot mit dem Schülerverkehr zusammen.

SPD-Landratskandidat Frank Puchtler möchte am bisherigen Konzept des Rhein-Lahn-Kreises festhalten. Der ÖPNV müsse nicht nur attraktiv gestaltet werden, sondern auch bezahlbar bleiben. Die Mobilität im Kreis will Puchtler gemeinschaftlich gestalten. Als Beispiel nannte er „den Einrichbus und die vielen ehrenamtlichen Aktivitäten rund um die Aartalbahn“.

Ähnlich sieht auch der CDU-Landratskandidat Günter Groß die Entwicklung im Rhein-Lahn-Kreis. „Mobilität darf nicht als Trendwort genutzt werden, sondern wir müssen ergründen, was der Bürger will.“ Es werde keine Patentlösungen geben, aber die Angebote im ÖPNV müssten auch genutzt werden. Die Aartalbahn, so findet Groß, ist für den Rhein-Lahn Kreis „eine Bahnlinie mit Zukunft.“

Rh.-Lahn-Ztg. Bad Ems vom Dienstag, 29. April 2014, Seite 13

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