Verkehr – Interessengemeinschaft äußert sich zur Inbetriebnahme der Aartalbahn – Erst Ergebnis der Nutzen-Kosten-Untersuchung abwarten

Aar. „Leider werden in den letzten Wochen immer wieder falsche Informationen über den Stand der Reaktivierung der Aartalbahn verbreitet, so zuletzt in einem Statement der Grünen-Sprecherin Jutta Blatzheim-Roegler oder bei Äußerungen von Manfred Nickel, Vorsitzender des Arbeitskreises Aartalbahn, zum Status des hessischen Teiles der ehemaligen Aartalbahn“, so die Meinung von Bernd Felten und Alexander Ettlich, beide aus Holzheim, als Sprecher der Interessengemeinschaft (IG) Stopp-Reaktivierung-Aartalbahn.

In einem Schreiben an die RLZ äußern beide ihre Sicht zur Reaktivierung der Aartalbahn. „Fakt ist, dass im Moment für den Abschnitt von Diez bis Zollhaus eine neue Nutzen-Kosten-Untersuchung erstellt wird. Die hierfür notwendigen Daten werden zurzeit von einer Firma eruiert, nachdem ein ursprünglich beauftragtes Büro wegen mangelhafter Planungsleistungen abgelöst wurde“, so Felten und Ettlich.

Sie führen weiter an, dass laut Ministerium davon ausgegangen werden muss, dass die Ergebnisse dieser überarbeiteten Nutzen-Kosten-Untersuchung (NKU) erst im zweiten Quartal 2015 vorliegen. „Im August 2015 sollte laut Ausschreibung die DB Regio den Betrieb aufnehmen und hat ab diesem Tage auch Anspruch auf Vergütung. Egal, ob die Bahn fährt oder nicht“, heißt es weiter in der Mitteilung.

„Unsere Interventionen beim Ministerium, Zweckverband SPNV Nord und dem Landesrechnungshof haben übrigens dazu geführt, dass zum ersten Mal in der NKU, laut Ministerium, auch der Lärmschutz berücksichtigt wird und somit auch in die Nutzen-Kosten-Untersuchung einfließt“, führen beide an. Solange die NKU nicht erstellt sei, solange nicht feststehe, ob das Ergebnis unter dem Faktor 1 liegt, also volkswirtschaftlich nicht sinnvoll, oder über dem Faktor 1, volkswirtschaftlich sinnvoll, sei eine Meldung über eine Reaktivierung oder gar über Termine der Reaktivierung reine Spekulation und Stochern im luftleeren Raum.

„Uns fehlt auch noch immer der vollmundig angekündigte Plan der Verbandsgemeinde Hahnstätten, wie die Gemeinden, die nicht an der Aartalbahn liegen, an den Takt per Bus angebunden werden. Auch diese Kosten gehören natürlich in die Kalkulation und nicht nur die Ersparnisse durch den Teilwegfall der bisherigen Busverbindungen“, äußern Ettlich und Felten.

„VG-Bürgermeister Volker Satony sollte die Bürger von Lohrheim, Kaltenholzhausen und den anderen Orten befragen, was ihnen wichtiger ist. Eine vernünftige Busanbindung nach Diez und Limburg oder eine ausgedünnte Verbindung zu einem Bahnhof mit Umsteigen“, meinen die Sprecher.

Zum immer wieder angeführten Punkt Güterverkehr sagen sie: „Man sollte zur Kenntnis nehmen, dass die Planung vonseiten des Ministeriums und des Zweckverbands ohne Güterverkehr läuft und er auch rein technisch vom Zugtakt und von den Brückenbelastungen her nicht möglich ist.“ Es gebe auch keine interessierten Firmen. „Zwischen Diez und Zollhaus gibt es mit dem Kalkwerk Schaefer nur einen möglichen Kunden, und der will nicht!“

Beide bitten darum, die NKU abzuwarten. Danach werde diese geprüft: „Und das nicht nur vom Ministerium und vom Zweckverband, sondern auch durch von uns beauftrage Fachleute und durch den Rechnungshof Rheinland-Pfalz.“ Erst danach könne über Reaktivierung oder Nichtreaktivierung geredet werden, eher nicht.

„Es ist nur schade, dass die Bahn dann bereits kassiert. Aber das ist man ja bei politischen Entscheidungen leider inzwischen gewohnt, dass diese nicht unbedingt so ablaufen, wie es ein für sein eigenes Geld verantwortlicher Firmenchef machen würden“, teilen beide abschließend mit.

Mehr Informationen gibt es per E-Mail an stopp-reaktivierung-aartalbahn@online.de

Rh.-Lahn-Ztg. Diez vom Freitag, 7. November 2014, Seite 22

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