Von unserem Redakteur Andreas Galonska

Projekt Resolution findet große Zustimmung

Hahnstätten. Über die Reaktivierung des rheinland-pfälzischen Teils der Aartalbahn wurde in der Sitzung des Verbandsgemeinderats von Hahnstätten intensiv diskutiert. Dazu hatte die SPD-Fraktion vorab eine Resolution vorgelegt, in der die Wiederinbetriebnahme der Bahnstrecke als „herausragendes Mittel zur Entwicklung der gesamten Aar-Region in wirtschaftlicher und touristischer Hinsicht und zur Verbesserung der Mobilität ihrer Bürger“ bezeichnet wird (die RLZ berichtete).

VG-Bürgermeister Volker Satony kritisierte ein Flugblatt, in dem fälschlicherweise behauptet werde, dass die Aartalbahn im Fall ihrer Reaktivierung immer nur bis nach Diez und nicht weiter fahren würde. Für die SPD-Fraktion hob Heiko Scheib hervor, dass die Gremien der VG Hahnstätten seit Jahren für die Wiederinbetriebnahme eintreten und dass ein gemeinsames Plädoyer ein richtiges Zeichen setzen würde. Einem Zuhörer, der zu dem Thema einen Einwurf machen wollte, wurde von Volker Satony und mehreren Mitgliedern des VG-Rats nicht das Wort erteilt, da er laut der Gemeindeordnung kein Rederecht hat.

„Wir sollten erst die Nutzen-Kosten-Untersuchung abwarten“, kritisierte Karl Werner Jüngst (CDU). „Wir müssen auch nicht wiederholen, was wir schon längst beschlossen haben“, meinte er zu der SPD-Resolution. Volker Satony zeigte zwar Verständnis für diese Haltung, doch betonte er auch, dass man sich dem Vorwurf stellen müsse, die VG sage nichts zur Aartalbahn. „Wir haben bislang zu wenig Stellung bezogen“, erklärte er. Der Erste Beigeordnete Horst Seelbach (SPD) forderte ein Bekenntnis zur Reaktivierung. „Es gibt Beiträge von einzelnen Leuten, die nur ihre eigenen Interessen vertreten“, monierte Horst Seelbach. Diese Kritiker des Projekts würden Bürgern „vorgaukeln“, dass sie den Rechnungshof eingeschaltet hätten. Seelbach wehrte sich gegen das Flugblatt zur Aartalbahn. „Darin wird der SPD unterstellt, dass sie nicht frei entscheiden kann, was eine Unverschämtheit ist!“, wetterte der Sozialdemokrat.

„Es geht hier um eine klare Stellungnahme für die Aartalbahn“, betonte Evelin Stotz (SPD). „Wir halten die Reaktivierung für ein wichtiges Projekt“, ergänzte Marion Reiter (Bündnis ’90/Grüne). Es solle auch den Ehrenamtlichen vom Arbeitskreis Aartalbahn Unterstützung für ihre Arbeit signalisiert werden. „Falls die Nutzen-Kosten-Untersuchung schlecht ausfällt, dann müssten wir das Kapitel abschließen“, mahnte Klaus Harbach (FWG). Er hoffe allerdings auf ein positives Ergebnis der noch immer ausstehenden Untersuchung. Joachim Egert (FWG) fügte an, dass er eine durchgehende Bahnverbindung von Wiesbaden nach Limburg als Ziel sieht. „Das ist alles andere als ein Luftschloss“, unterstrich er.
„Ich war vor gut 16 Jahren selbst Gegner der Aartalbahn und befürworte sie heute. Die Reaktivierung wäre im Lotto ein Sechser mit Zusatzzahl für das Aartal“, hob Volker Satony hervor. Die Resolution der SPD fand die Zustimmung bei der großen Mehrheit der Ratsmitglieder. Aus der CDU-Fraktion gab es vier Enthaltungen dazu. Ein Bericht über weitere Themen des VG-Rats folgt.

RZ Rhein-Lahn-Kreis (Ost) Diez vom Mittwoch, 23. März 2016, Seite 16

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