Ein starkes Ensemble mit großartigen Solisten bot das Koblenzer Heeresmusikkorps bei seinem Auftritt in der Halle der Zentralen Sportanlage in Diez. 'Das Konzert wurde als Benefizveranstaltung für Ruanda angeboten und begeisterte rund 400 Zuhörer. Foto: Wilma Rücker

Auftritt – Benefizkonzert für Ruanda in der Halle der Zentralen Sportanlage Diez

Ein starkes Ensemble mit großartigen Solisten bot das Koblenzer Heeresmusikkorps bei seinem Auftritt in der Halle der Zentralen Sportanlage in Diez. 'Das Konzert wurde als Benefizveranstaltung für Ruanda angeboten und begeisterte rund 400 Zuhörer. Foto: Wilma Rücker
Ein starkes Ensemble mit großartigen Solisten bot das Koblenzer Heeresmusikkorps bei seinem Auftritt in der Halle der Zentralen Sportanlage in Diez. ‚Das Konzert wurde als Benefizveranstaltung für Ruanda angeboten und begeisterte
Foto: Wilma Rücker

Von unserer Mitarbeiterin Wilma Rücker

Diez. Mit Pauken und Posaunen, mit Cello und Klarinetten, mit Oboen und Tuba, mit Flöten und Hörnern, mit Fagott und Schlagzeug, mit einem Alphorn und vielen Soli, kurz – es war ein wunderbares Konzert, das nicht nur Märsche aufzuweisen hatte, sondern auch Filmmusik, Musicals, Klassik und das den musikalischen Blick in fremde Kulturen eröffnete. Zu verdanken hatten dies die nahezu etwa 400 Besucher dem Heeresmusikkorps Koblenz mit seinen 50 Musikern. Mit Robert Kuckertz als musikalischem Leiter erfuhren die Gäste recht viel Wissenswertes und Spannendes über den jeweiligen Komponisten und den Anlass des Musikstückes.

Mit Attila, einem zackigen österreichisch-ungarischem Marsch aus der Feder von Julius Fucik zu Ehren des Königs der Hunnen, dem Urvater der Ungarn, begann das vielgestaltige Benefizkonzert zu Gunsten des Holzheimer Partnerschaftssektors Rambura, der einst unter dem Namen Birmebo bekannt war.


„Die Politik am Schreibtisch
hat dies so entschieden.“
Der musikalische Leiter Robert Kuckertz
zu den Auflösungen anderer Militärorchester

Das Heeresmusikkorps ließ dann Beethovens Ouvertüre zur Oper „Egmont“ erklingen. Goethe beschrieb einst den Aufstand der Niederländer gegen die Spanier, die sich vor 200 Jahren gegen die Unterwerfung unter das Papsttums und des Katholizismus wehrten. Dabei brillierte das Orchester und ließ die Mystik der Geschichte spüren. Von weich-fließend bis temporeich und düster boten sie Dramatik pur. „The seventh night of july“ führte nach Japan, wo ein verzaubertes Liebespaar sich nur einmal im Jahr trifft.

„Chess“ – wer kennt nicht den monatelangen Kampf der beiden Schachspieler Boris Spasski und Bobby Fischer zu Zeiten des Kalten Krieges – eine wunderschöne, aber selten gehörte Komposition von Björn Ulvaeus und Benny Andersson von der legendären Popgruppe Abba erinnerte daran.

Unter dem Motto „Film ab – Doldinger“ stand auch Filmmusik von Klaus Doldinger auf dem Programm. Von Tatort bis Liebling Kreuzberg reichte hierbei das bunte Repertoire. Mit dem flotten „Samba dees godda do it“ wurde das Publikum schon auf die Fußballweltmeisterschaft in Brasilien eingestimmt. Mit einem temperamentvollen Zugabemarsch verabschiedete sich das wunderbare Orchester, das derzeit mit 50 Musikern gut ausgestattet ist. Die Verstärkung kam aus aufgelösten Militärorchestern dazu, sogar bis aus Wilhelmshaven, die hier in Koblenz nun eine neue musikalisch-berufliche Heimat fanden.

„Die Politik am Schreibtisch hat dies so entschieden“, so Robert Kuckertz zum Publikum. Helmut Weimar, unermüdlicher Ruandabeauftragter aus Holzheim, hatte das Konzert initiiert und konnte viele Ehrengäste begrüßen. Sein Dank ging an alle Soldaten der Patenkompanie der Bundeswehr aus der Diezer Freiherr-vom-Stein-Kaserne, dem 5. Nachschubbataillon mit Kompaniechef Hauptmann Jens Ciolkowski und Kompaniefeldwebel Matthias Wellstein, die das Spendenprojekt zugunsten Ruandas unterstützten.

An den Völkermord im afrikanischen Partnerland erinnert

Vor genau 20 Jahren begann im rheinland-pfälzischen Partnerland Ruanda der grausame Bürgerkrieg zwischen den Stämmen der Tutsi und der Hutu, der dabei weite Landesteile Ruandas verwüstete. Bis zu einer Million Tutsis und Hutus ermordeten sich gegenseitig. Das entsetzliche Blutbad wurde durch den Abschuss eines Flugzeugs ausgelöst, in dem Hutu-Präsident Habyerimana ums Leben kam. Der Völkermord endete nach 100 Tagen. Heute säumen Flammen der Hoffnung die Straßen Ruandas – es ist eine Fürbitte für Frieden, der auch von Holzheim unterstützt wird. wr

Rh.-Lahn-Ztg. Diez vom Samstag, 12. April 2014, Seite 14

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