Zum Glück nicht oft im Einsatz

Auch ohne große Brände macht die Holzheimer Wehr von sich reden

HOLZHEIM. Am besten ist es, wenn man nichts zu tun hat. Eine Aussage, über die sich wohl jede Feuerwehr freuen dürfte. Für die Brandbekämpfer aus Holzheim gehört der Satz seit längerem zum Alltag. Glücklicherweise. „Wirklich große Einsätze hatten wir in den vergangenen Jahren Gott sei Dank keine“, berichtet Wehrführer Dirk Weber. „Der letzte liegt rund zehn Jahre zurück“, fügt der Ehrenvorsitzende der Freiwilligen Feuerwehr Holzheim, Arno Fetter, hinzu. Was nicht heißen soll, dass die Holzheimer Feuerwehrleute weniger aktiv sind als andere. Ganz im Gegenteil.

Sind froh, wenn die Alarmsirenen in Holzheim auch weiterhin stumm bleiben: Die aktiven Feuerwehrfrauen und -männer um Wehrführer Dirk Weber (dritter von rechts) und den Ehrenvorsitzenden Arno Fetter (zweiter von links). Foto: Uli Pohl
Sind froh, wenn die Alarmsirenen in Holzheim auch weiterhin stumm bleiben: Die aktiven Feuerwehrfrauen und -männer um Wehrführer Dirk Weber (dritter von rechts) und den Ehrenvorsitzenden Arno Fetter (zweiter von links). Foto: Uli Pohl

Bei der traditionellen Abnahme der Leistungsabzeichen in Bronze, Silber und Gold, gibt es wohl keine andere Wehr im gesamten Kreis, die den Holzheimern das Wasser reichen könnte. „Wir haben seit 1982 insgesamt rund 200 Abzeichen geholt. Mehr hat im gesamten Rhein- Lahn-Kreis keine Feuerwehr vorzuweisen“, berichtet Fetter stolz. Nicht minder erfolgreich sind die Holzheimer „Feuerengel“ bei den ebenfalls regelmäßig abgehaltenen Geschicklichkeitsprüfungen für Einsatzfahrer.

„Seit 1985 ist auch da immer mindestens einer unserer Leute ganz vorne mit dabei“, berichtet Dirk Weber und hebt insbesondere Thorsten Koch hervor: „Der gewinnt fast immer“. Obwohl die Holzheimer selbst nur im Besitz eines TSF, also eines Tragkraftspritzenfahrzeuges sind, nehmen sie meist sowohl in der TSF-, als auch in der TLF-Klasse (Tanklöschfahrzeug) teil. Die Freiwillige Feuerwehr aus der Aargemeinde stellte sogar schon den Kreismeister und fuhr im Landesentscheid mit.


Nicht nur Feuerwehrmänner

Seit 1963 hat die Ortsgemeinde Holzheim eigene Brandbekämpfer. Heute zählt die Freiwillige Feuerwehr insgesamt 280 Mitglieder. Wehrführer ist Dirk Weber, Michael Reusch dessen Stellvertreter. Unter den 35 aktiven Wehrleuten sind allein sechs Frauen. „Es waren allerdings auch schon mehr“, bedauert Viola Backhausen den weiblichen Rückgang. „Die Frauengruppe besteht seit 1992. Wir üben separat, müssen aber das gleiche leisten wie die Männer“, so die Feuerwehrfrau. Die Jugendfeuerwehr wurde 1979 gegründet und zählt derzeit 18 Nachwuchskräfte. (hp)


Doch auch außerhalb von TSF, TLF und Gerätehaus sind die Floriansjünger engagiert und nur schwer aus dem Dorfgeschehen wegzudenken. Allein in der „fünften Jahreszeit“ ginge ohne sie nichts, veranstaltet die Wehr mit Kinderkappensitzung, Maskenball und Rosenmontagsball immerhin gleich drei närrische Höhepunkte der Holzheimer Fastnacht. Ebenfalls einen festen Platz im alljährlichen Veranstaltungskalender haben das Fußballturnier sowie der Grillabend.

Überdies betreiben die Wehrleute seit rund 20 Jahren eine intensive Pflege der freundschaftlichen Kontakte mit der Holzheimer Partnergemeinde Mönkeberg bei Kiel. „Dies geschieht in erster Linie in Form von Besuchen und Gegenbesuchen“, so Wehrführer Dirk Weber.

Nicht weniger aktiv und engagiert ist auch der FeuerwehrNachwuchs der Aargemeinde. Unter anderem zeichnen die 10- bis 15Jährigen für den „Ökotag“ verantwortlich, an dem sie die Umgebung von sämtlichem Unrat säubern. Ebenfalls in den Händen der Jugendfeuerwehr liegt das alljährliche Weihnachtsbaum- Einsammeln. Und auch an verschiedenen Feuerwehr- Wettkämpfen sowie Fußballturnieren nehmen die Jungen und Mädchen regelmäßig teil. „In diesem Jahr konnten wir sogar den VerbandsgemeindeWettkampf gewinnen“, so Bodo Kerberger, der in Holzheim unter anderem für die Jugendfeuerwehrausbildung zuständig ist.

Zu einer festen Einrichtung könnte künftig die Aktion „Branderziehung“ werden, die in diesem Jahr erstmals in Zusammenarbeit mit der Bücherei angeboten wurde. „Anschließend konnten wir gleich vier neue Nachwuchskräfte verbuchen“, berichtet Weber vom Erfolg der Veranstaltung. Bleibt zu hoffen, dass die Alarmsirenen in Holzheim auch weiterhin stumm bleiben und die positiven Nachrichten der Floriansjünger lediglich auf gewonnene Wettkämpfe und neuen Nachwuchs zurückzuführen sind. 

Holger Pöritzsch
Rh.-Lahn-Ztg. Diez vom Freitag, 24. September 2004, Seite 19

Viel für Jugend geleistet

Seit Jahren Treffpunkt für die Heranwachsenden in der Grafenstadt – Förderverein blickt auf erfolgreiches Jahrzehnt zurück – Arbeit der Leiter und der Ehrenamtlichen gelobt

Jeden Tag treffen sich rund 40 Jungs und Mädchen im JuZ – Verein feiert sein Bestehen

Am Dienstag gab’s im Jugendzentrum was zu feiern: Seit zehn Jahren besteht mittlerweile der Förderverein des Diezer Jugendzentrums. Alle Mitarbeiter, Helfer, der Vorstand sowie junge Leute aus dem Zentrum versammelten sich und feierten gemeinsam das Jubiläum und damit die erfolgreich verlaufene Arbeit.

DIEZ. Kein Treffpunkt für junge Leute – so hatte es in der Grafenstadt vor vielen Jahren ausgesehen. Eine Gruppe engagierter Bürger setzte sich aber vehement dafür ein, dass ein Ort für Jugendliche geschaffen wurde und gründeten einen Förderverein. Vor sieben Jahren wurde dann schließlich in einem früheren Kasernengebäude im WilhelmvonNassauPark das Jugendzentrum eröffnet, in dem die Jungen und Mädchen genügend Raum für ihre Entwicklung zur Verfügung gestellt bekommen. „Das Gebäude wird jeden Tag von zirka 30 bis 40 Jugendlichen besucht. Außerdem bieten die Mitarbeiter den Jugendlichen immer wieder verschiedene Veranstaltungen an“, erzählt die Vorsitzende des Fördervereins, Britta Bodewing.

Schwungvoller Break-Dance stand im Mittelpunkt der Feiern zum zehnjährigen Bestehen des Fördervereins für das Diezer Jugendzentrum.  Foto: Carolin Bingel
Schwungvoller Break-Dance stand im Mittelpunkt der Feiern zum zehnjährigen Bestehen des Fördervereins für das Diezer Jugendzentrum. Foto: Carolin Bingel


Mit dem Jugendzentrum wurde in Diez eine Begegnungsstätte für Jugendliche aus allen sozialen Schichten geschaffen. „Ohne die vielen ehrenamtlichen Mitarbeiter sowie die Pädagogen, die im Jugendzentrum super Arbeit machen, wäre das Jugendzentrum nie so erfolgreich geworden“, lobt die Vorsitzende das Engagement aller Helfer und der ehrenamtlichen Mitarbeiter.


Viel Geld für das JuZ gesammelt

Beim Spendenlauf waren folgende Läufer ganz besonders erfolgreich:

  • Annette Fassbender: 60 Runden

  • Andreas Schunk: 55 Runden

  • Vllasum Gashi: 51 Runden

  • Jana Fassbender: 50 Runden

  • Holger Fassbender: 55 Runden

  • Philipp Bodewing: 45 Runden

Den Rundenrekord stellte Holger Sell, der von der Kirchengemeinde St. Peter gesponsert wurde, mit 70 Runden auf.
Die Familie Fassbender, die von der Volksbank unterstützt wurde, lief insgesamt 171 Runden.
Paul Möhler brachte 500 Euro und Stefanie Roth 387 Euro für die Kasse des Jugendzentrums ein.


Ihr Dank galt vor allem Dirk Heuser, dem ersten pädagogischen Leiter des Jugendzentrums, sowie dessen Nachfolger Thomas Konschak. Auch Stefanie Roth, die für die Mädchen im Jugendzentrum zuständig ist, leistet in den Augen der FördervereinsChefin hervorragende Arbeit. Bodewing unterstrich auch die wichtige Rolle der Verbandsgemeinde. Neben dem erheblichen Haushaltsbetrag, den die Gebietskörperschaft zur Verfügung stellt, unterstützt die Verwaltung das Jugendzentrum auch sonst in allen Belangen. Jüngst gab es sogar einen neuen Kicker fürs Jugendzentrum. Besonders hat es auch alle Helfer des Jugendzentrums gefreut, dass bei dem Spendenlauf am Wochenende so viel Geld in die Kasse geflossen ist. Über 4300 Euro sammelten die Läufer mit den jeweiligen Sponsoren für den guten Zweck ein.

Krönung der Jubiläumsfeier: Mädels aus dem Jugendzentrum hatten einen Tanz einstudiert und führten ihn gekonnt vor. Auch die Jungs zeigten, was sie drauf haben: Mit gewagten BreakDance- Einlagen begeisterten sie das Publikum.

Carolin Bingel
Rh.-Lahn-Ztg. Diez vom Donnerstag, 23. September 2004, Seite 16

Information im Morgengrauen

RLZ vor dem Frühstück verteilen – Anschließend Plätze im Ort säubern

Für die RLZ-Leser beendet Walter Klapper aus Holzheim schon morgens früh um halb drei seine Nachtruhe. Bis fünf Uhr haben die Zeitungshungrigen des Ortes ihre Geistesnahrung auf dem Kaffeetisch.

Denn, so Walter Klapper: „Die meisten Leser wollen vor dem Weg zur Arbeit über das Wichtigste informiert sein“. Es macht dem agilen Zusteller der RLZ, der inzwischen 66 Jahre alt ist, gar nichts aus, denn über 40 Jahre hat er Schichtarbeit in den Buderus’schen Eisenwerken in Staffel geleistet. Er braucht keinen Wecker zu stellen, denn, „das ist noch heute meine innere Uhr, die sich nicht so einfach abstellen lässt“.

Er ist bei jedem Wetter für die RLZ in Holzheim unterwegs: Zeitungszusteller Walter Klapper.
Er ist bei jedem Wetter für die RLZ in Holzheim unterwegs: Zeitungszusteller Walter Klapper.


Die Frühschicht hat er auch nach drei Jahren Rente beibehalten. Seit drei Jahren ist er auch gleich nach dem Anliefern der druckfrischen RLZ mit seinen 125 Zeitungen im Dorf unterwegs. Nach zwei Stunden Dienst am Leser (Frühschicht) – manchmal begleitet von seinem Hund – erlaubt er sich noch mal ein kurzes Schläfchen. Aber die nächste Pflicht, die nach ihm ruft, lässt ihn nicht lange ruhen.

Walter Klapper kümmert sich in der Gemeinde noch um Vielerlei: Die nächste Aufgabe ist seine Arbeit für die Allgemeinheit. Spielplätze säubern, um die Ardeckhalle und an der Brücke kehren, das Bushäuschen sauber halten, Hecken schneiden und den Friedhof von Laub und Unkraut befreien – damit wird Walter Klappers Tag ausgefüllt. Sein reges Interesse und sein geschultes Auge für anfallende Arbeiten machen Walter Klapper in Holzheim unentbehrlich.

Rh.-Lahn-Ztg. Diez vom Donnerstag, 23. September 2004, Seite 16

Gesang nach 127 Jahren vor dem Aus?

Der MGV „Eintracht“ Holzheim sucht nach neuen Mitgliedern – Modernes Liedgut und Tradition

Vor zwei Jahren feierte der älteste Verein aus Holzheim, der traditionsreiche Männergesangverein „Eintracht“, 125jähriges Bestehen und das 10. Jubiläum des zu ihm gehörenden Kinder- und Jugendchors. Im gleichen Jahr schlossen sich der Niederneisener und der Holzheimer Kinderchor zusammen, um wieder auf „stabileren Füßen“ stehen zu können.

Jeden Montagnachmittag proben etwa 30 Kinder ab sechs Jahren unter der Leitung von Matthias Böcher. Der Raum wechselt alle drei Monate zwischen der ArdeckHalle in Holzheim und der Grundschule in Niederneisen, damit keine Gemeinde benachteiligt wird. Doch aus Holzheim sind nur fünf Nachwuchssänger vertreten, was den Vorsitzenden Werner Becker traurig macht: „Das Interesse am Singen hat bei uns im Ort leider nachgelassen.“ Bei den Erwachsenen herrscht dasselbe Problem, dem Verein fehlt es an aktiven Mitgliedern. Auch wenn die 18 Sänger mit Spaß und Freude mittwochabends ins Lokal Ebel zur Probe kommen, ist das Fortbestehen des Vereins noch ungewiss. Die Zahl der aktiven Mitglieder ist in den vergangenen Jahren zurückgegangen, ältere Sänger schieden aus, die nachkommenden konnten diesen Verlust nicht mehr auffangen.

„Solange noch ein Stimmenausgleich besteht, können wir den Chor erhalten, aber sobald eine ausfällt, geht es nicht mehr“, erklärte der erste Schriftführer Frank Bapst mit Bedauern. Da die Herren den traditionsreichen Verein nicht einfach aufgeben wollen, haben sie für die kommenden Wochen eine Werbeaktion im Ort geplant. Sie wollen jede männliche Person mittleren Alters persönlich ansprechen und auch die Kinder wieder mehr für Musik begeistern.

Dabei ist es dem MGV „Eintracht“ besonders wichtig, sich von dem Klischee eines langweiligen und altertümlichen Chores zu entfernen. Sein junger Chorleiter Matthias Böcher studiert mit ihnen auch moderne Schlager wie „Marmor, Stein und Eisen bricht“ ein. Auch wenn sie das Traditionsliedgut weiter erhalten und pflegen wollen, handelt es sich bei ihnen nicht um steifen Chorgesang, sondern besonders um Geselligkeit und Freude am Singen.

„Mit den moderneren Stücken streben wir keine grundsätzliche Kehrtwende unserer Traditionen an, sondern wollen für ein abwechslungsreicheres Programm sorgen“, erklärte Werner Becker. Das Gemeindeleben in Holzheim ist ohne den MGV „Eintracht“ eigentlich unvorstellbar, denn bei Veranstaltungen im Ort wird die Mitwirkung des Chores als selbstverständlich angesehen. „Auch wenn es mal ums Anpacken ging, war der MGV immer präsent, daher ist es um so bedauerlicher, dass uns jetzt die Resonanz aus dem Ort fehlt“, fügte Frank Bapst bedrückt hinzu. „Es wäre zu schade, wenn einer der ältesten Kulturträger im Ort altersbedingt aufhören müsste“.

Bapst meint, fünf bis zehn neue Mitglieder würden den Verein einen weiten Schritt nach vorne bringen; doch es ist schwierig, Menschen für den Chorgesang zu begeistern. Aber trotz der schlechten Situation legen die Sänger nicht ihre Hände in den Schoß. Erst vergangenen Samstag hatten sie einen Auftritt in Holzheim bei Neuss, wo der „Holzheimer Steingarten“ eingeweiht wurde und 14 von 21 weiteren HolzheimGemeinden aus Deutschland, Österreich, Frankreich und der Schweiz anwesend waren. Solange es musikalisch geht, wollen sie weiter singen und sich für ihren Verein engagieren.

Rh.-Lahn-Ztg. Diez vom Donnerstag, 23. September 2004, Seite 16

Lehrgarten ist ganzer Stolz

Holzheimer Obst- und Gartenbauverein ist bereits seit 1934 engagiert und zählt heute 144 Mitglieder

Der Obst- und Gartenbauverein Holzheim hat so einiges aufzuweisen: 144 Mitglieder, regelmäßige Veranstaltungen und, und, und. Der ganze Stolz des Vereins aber ist zweifelsohne der eigene Lehrgarten.

HOLZHEIM. „Die Förderung des landwirtschaftlichen und nebenerwerbsmäßigen Obst- und Gartenbaus und der Gartenkultur sowie die Verarbeitung, beziehungsweise Verwertung der Erzeugnisse durch den freien Zusammenschluss aller an diesen Fragen interessierten Mitglieder“, ist das Ziel des Holzheimer Obst- und Gartenbauvereins. So jedenfalls steht es in der Satzung. Und so wird es auch vorgelebt, von den insgesamt 144 rührigen Mitgliedern (darunter auch fünf Kinder) des bereits 1934 gegründeten Vereins. Von den damaligen Gründungsmitgliedern lebt heute nur noch Karl Ruß. Der 90Jährige ist nicht nur Ehrenmitglied des Obst- und Gartenbauvereins, sondern auch Holzheims ältester Mitbürger.

„ChefObst- und Gartenbauer“, sprich Vorsitzender des Vereins, ist derzeit Markus Müller. Ihm zur Seite stehen Tina Weber als zweite Vorsitzende, Hermann Wermuth (erster Kassierer), KarlAugust Meyer (zweiter Kassierer), Hans Waldforst (erster Schriftführer), Udo Bühler (zweiter Schriftführer) sowie die Beisitzer Rosie Meyer, Klaus Backhausen und Wolfgang Weiss.

Insgesamt 25 selbstgepflanzte Obstbäume schmücken den hübschen Lehrgarten des Obst- und Gartenbauvereins Holzheim.
Insgesamt 25 selbstgepflanzte Obstbäume schmücken den hübschen Lehrgarten des Obst- und Gartenbauvereins Holzheim.


Der ganze Stolz des Obst- und Gartenbauvereins ist der eigene Lehrgarten. „1993 wurde er von der Gemeinde gekauft und dem Verein kostenlos überlassen“, berichtet Vorstandsmitglied Hans Waldfort bei „RLZ vor Ort“. 25 Bäume wurden anschließend gepflanzt. „Alles Obstbäume, die durch Baumpartenschaften finanziert wurden“, so die zweite Vorsitzende Tina Weber.

Ein besonders erfreuliches Ereignis konnten die Holzheimer Obst- und Gartenbauer im Jahr 2001 feiern: Der Lehrgarten bekam eine Wasser- und Stromversorgung, die die Mitglieder komplett in Eigenregie installierten. „Bis dahin mussten wir das Wasser immer vom Friedhof holen“, blickt Hans Waldforst an die schwierigen Anfänge zurück. 2002 wurde der Lehrgarten überdies durch einen überdachten Freisitz bereichert.

Die Aktivitäten des Vereins sind vielfältig und spielen sich nicht ausschließlich im eigenen Lehrgarten ab. Neben den Baumschnittkursen im Frühjahr sowie dem Blütenfest Anfang Mai, füllen auch die Osterwanderung, Bastelabende, Steckkurse und Tagesausflüge zu Gartenschauen und anderen interessanten Zielen den umfangreichen Veranstaltungskalender.

Überdies wird der Obst- und Gartenbauverein auch immer wieder am Dorfgeschehen mit und unterstützt diverse Aktivitäten, wie den Almabtrieb oder den Umwelttag. Für die Betreuung der gemeindeeigenen Obstbäume zeichnen die engagierten Vereinsmitglieder ebenfalls verantwortlich.

Rh.-Lahn-Ztg. Diez vom Mittwoch, 22. September 2004, Seite 20

Das „Zentrum des Wissens“ hält jede Menge Medien bereit

Holzheimer Gemeindebücherei: Von der Waldexkursion bis zur CD-Rom

Von 1952 bis zur Schließung der Schule 1970 war die beliebte Ausleihstelle für Wissensdurstige eine ganz normale Schulbücherei. Von 1973 bis 1978 konnte man sich Bücher über den Ortsbürgermeister ausleihen. 1982 wurde ein fachlich fundierter Neuanfang mit knapp 800 Büchern gestartet, von denen ein Großteil schon früher angeschafft wurde.

Heute verfügt die Bücherei über einen stattlichen Bestand: 6850 aufgelistete Medien stehen für die „Kunden“ – es sind über 600 eingetragene Leser aus 29 verschiedenen Ortschaften – bereit. Davon entfallen auf den Kinder- und Jugendbuchbereich 3135 Exemplare. 1845 Romane, 1225 Sachbücher für Jugendliche und Erwachsene, 100 CD-Roms, 150 Kassetten, 50 Hörbücher und CDs und 20 Spiele stehen zur Ausleihe bereit. „Es gibt ganze Familien, die sich hier kulturell bedienen“, so Gudrun Waldforst. Das bedeutet, dass ständig mehr als 1000 Medien entliehen sind.

Gudrun Waldforst (rechts) berichtete vom umfangreichen Angebot der Gemeindebücherei.
Gudrun Waldforst (rechts) berichtete vom umfangreichen Angebot der Gemeindebücherei.


Attraktive Aktionen beleben das kleine Kulturzentrum der Gemeinde. Es gibt Kindergarten- und Klassenführungen. Man kann über konzentrierte Leseaufgaben mit inhaltlich populären Personen als Schüler der 3. und 4. Klasse einen Bibliotheksführerschein (BIB) bekommen. Es werden Schultüten mit Gutscheinen für Leseanfänger angeboten und es werden ständig wechselnde Buchausstellungen zu unterschiedlichen und aktuellen Themen begonnen.

Zurzeit sind die folgenden Gebiete präsent: „Europa entdecken für Kinder“, „Mord auf italienisch“, „Einfach nur gut leben“, eine „Lesespaßkiste“ für die 1. und 2. Klasse und das fachbezogene iTüpfelchen- Feuerwehrbücher für Kinder. Die ausgestellten Themen werden vorher besprochen und durch Leihgaben von befreundeten Bibliotheken ergänzt.

An jedem ersten Donnerstag im Monat gibt es in Holzheim für Kinder ab drei Jahren Betrachtungen von Bilderbüchern. So werden schon die Kleinsten an gutes Buchmaterial herangeführt und wissen schon sehr früh, wer Ali Mitgutsch, Astrid Lindgren oder Otfried Preußler sind. Auch das Kennenlernen der Freiwilligen Feuerwehr Holzheim oder die Exkursion in den Wald mit Revierförster Betz bleiben den Kindern in guter Erinnerung. Großen Erfolg hatte auch die Bilderausstellung der Jugendgruppe des Naturschutzbundes.

Vergangenes Jahr wurden die Höhepunkte einer Detektivnacht und Gruselstunden im Rathaus mit einem lebenden Gespenst gestaltet. Weihnachtliche Vorlese- und Bastelstunden sind in jedem Jahr der Renner. Gudrun Waldforst mit ihren acht Helfern hat für dieses Jahr im Rahmen der Bibliothekstage Rheinland- Pfalz am 30. September um 15 Uhr in der Burg Ardeck für Kinder ab vier Jahren ein besonderes Thema ausgearbeitet: Es werden Sagen um die Burg Ardeck erzählt.

Die Geschichte von Meister Seipel, der nach reichlichem Weingenuss in eine merkwürdige Feier einer unheimlichen Gesellschaft geraten war und sich auf unerklärliche Art aus kalten Geisterhänden befreien konnte…

Die Bücherei ist geöffnet: dienstags von 15 Uhr bis 17 Uhr, donnerstags von 15 Uhr bis 19 Uhr – in den Ferienwochen hat die Bücherei nur donnerstags auf.

Rh.-Lahn-Ztg. Diez vom Mittwoch, 22. September 2004, Seite 20

Nach der Schenkung aus dem „Dornröschenschlaf“ erwacht

Auswärts Premiere gefeiert: Dieses Jahr gingen die Holzheimer Schauspieler erstmals fremd – Aus Kostengründen ist alles Marke Eigenbau – Besucherrekord beim „Kaffeehaus“

BurgfestspieleArdeck begeistern Publikum seit 1986 mit ihren Stücken

Die Geschichte einer Theatergruppe hat in Holzheim eine lange Tradition: Schon vor und nach dem Ersten Weltkrieg pflegte man in der Aargemeinde das Theaterspielen. Doch mit der Zeit wurde das Schauspielern vernachlässigt und das Spielen ganz eingestellt.

Doch das sollte nicht das Ende sein: 1986 wurde die Ruine Ardeck der Gemeinde Holzheim geschenkt. Allerdings nur unter der Bedingung, dass die Burg für kulturelle Zwecke genutzt werden sollte. Somit war das Theaterspielen in Holzheim wieder vom „Dornröschenschlaf“ erweckt worden. Denn wie es der Zufall so wollte, trafen sich der Autor Horst Helfrich und der ehemalige Bürgermeister Helmut Weimar in einer Kneipe. Dabei wurde dann die Idee einer neuen Theatergruppe in Holzheim geboren und es entstand die bekannte Gruppe der BurgfestspieleArdeck.

„Unseren ersten Auftritt gab es gleich im Jahre der Burgschenkung 1986. Der Titel des Stückes, das aus der Feder von Horst Helfrich stammt, war ,Graf Uhland‘. 70 Schauspieler aus unserem Ort wirkten dabei mit. Jedoch blieb es das einzige ernste Stück – die Zuschauer mögen Komödien lieber“, so der erste Vorsitzende der Theatergruppe, Bernd Felten, der nun schon seit acht Jahren in diesem Amt fungiert.

Vorhang auf: Seit 1986 bereits steht die Holzheimer Schauspieltruppe auf der Bühne und begeistert ihr Publikum.
Vorhang auf: Seit 1986 bereits steht die Holzheimer Schauspieltruppe auf der Bühne und begeistert ihr Publikum.


„In den ersten Jahren spielten wir auf einer Bühnenkonstruktion. Erst Mitte der 90er erhielten wir die Erlaubnis, eine Naturbühne aufzuschütten. Diese passt viel besser zu der tollen Kulisse der Burg Ardeck“, erzählt Bernd Felten weiter. So ist es für die Theatergruppe, die ihrem Publikum alle zwei Jahre ein Stück auf der Ardeck präsentiert, jedes Mal eine „Heidenarbeit“ alle Vorbereitungen für das Spielen des Stückes zu treffen. „Es dauert zirka drei Monate bis die Kulisse steht, die Technik funktioniert und alle Konstruktionen auf der Naturbühne stimmen. Aber wir erhalten immer viel Hilfe von allen Bürgern aus Holzheim.

So entwirft unser ehemaliger Schauspieler Manfred Köhler zum Beispiel die Bühnenbilder. Aus Kostengründen bauen und basteln wir nämlich alles selbst“, erklärt Felten, der auch schon seit der Gründung in der Theatergruppe mitwirkt und auch in jedem Theaterstück aktiv auf der Bühne zu sehen war. „Im Vorfeld sind weit mehr als 100 Menschen für den reibungslosen Ablauf des Stückes verantwortlich“, so das Urgestein der Theatergruppe.

Im vergangenen Jahr erhielten die Holzheimer sogar Hilfe von einem echten Künstler: Rolf May aus Altendiez beteiligte sich am Entwerfen und Herstellen der Kulissen. Immerhin gab es ein „Jubiläum“ zu feiern: Zum zehnten Mal nun schon stand die Laienschauspielgruppe auf der Bühne. Aus diesem Grund wurde deshalb außer dem Stück „Die lustigen Vagabunden“ auch erstmals ein Kinderschauspiel präsentiert. Bei „Der Teufel mit den drei goldenen Haaren“ hatten die Kleinen sehr viel Spaß.

Bernd Felten und Manfred Köhler sind für die Auswahl der Theaterstücke verantwortlich. So entschieden sie sich nach einem Urlaub in Venedig einmal für „Das Kaffeehaus“. Begeistert von den schönen Kostümen, die Venedig zur Karnevalszeit zu bieten hat, nähten sich einige aus der Theatergruppe solche „Masken“, wie die Kostüme in Venedig genannt werden. „In diesen Masken durften wir sogar einmal den Frankfurter Opernball eröffnen, das war wirklich ein schönes Erlebnis“, erinnert sich Felten.

„Das Kaffeehaus“ bescherte der Gruppe auch eine der schönsten Theaternächte der Vereinsgeschichte: „Mit einem Besucherrekord von mehr als 800 Zuschauern machte das Spielen besonders viel Spaß“, ist der erste Vorsitzende noch heute begeistert. „Die Masken waren mit Abstand die schönsten Kostüme, die wir hatten. Ansonsten bekommen wir viele Kleiderspenden von Bürgern aus Holzheim und haben uns mittlerweile schon einen großen Fundus im alten Wasserhäuschen in Holzheim angesammelt“, erzählt Felten stolz.

In diesem Jahr spielten die Schauspieler der Aargemeinde mal nicht auf ihrer Heimatbühne, der Burg Ardeck, sondern hatten erstmalig Premiere auf einer auswärtigen Bühne: Beim Limburger Theaterfestival begeisterten sie das Publikum mit dem Stück „Das gefundene Fressen“. „Da unsere Kulissen immer sehr aufwendig gestaltet sind, wäre es sehr problematisch, öfters auswärts zu spielen. Obwohl wir schon oft Anfragen erhalten haben“, so Felten.

Im kommenden Jahr geht’s an den beiden letzten Augustwochenenden dann zum Spielen auch wieder auf die „Ardeck“. Dafür ist die Theatergruppe bereits jetzt schon im Einsatz. Auch neue Schauspieler sucht die Gruppe noch für das Stück im nächsten Jahr. „Wir freuen uns über jeden Zuwachs, den unsere Gruppe erhält“, lädt Bernd Felten alle Interessenten ein, zu der Gruppe hinzuzustoßen.

Rh.-Lahn-Ztg. Diez vom Mittwoch, 22. September 2004, Seite 20

Aktion mit sehr viel Präzision gemeistert

Kirmesburschen und mädchen schmückten Wahrzeichen des großen Heimatfestes in Holzheim

HOLZHEIM. Keine Kirmes ohne Kirmesbaum: Eine Tradition, die auch in Holzheim am Wochenende fortgeführt wurde. Rund 15 Meter lang und hübsch geschmückt, suchte der Baum am Samstag seinen Weg von der Horizontalen in die Senkrechte. Ein Kraftakt, bei dem in Holzheim auch in diesem Jahr ein Kran gute Dienste leistete.

Schön herausgeputzt hatten die Kirmesburschen und -mädchen den Baum.  Foto: Rüggeberg
Schön herausgeputzt hatten die Kirmesburschen und -mädchen den Baum.
Foto: Rüggeberg


Also heben, ziehen, stemmen und das gute Stück in wahrer Zentimeterarbeit nach und nach in die richtige Position bringen. Die 14 Kirmesburschen und mädchen hatten das Wahrzeichen ihres Heimatfestes vorher herausgeputzt. Vor der Ardeckhalle streckt der Baum jetzt seine Krone weit über die Dächer des Dorfes und signalisiert noch bis zum heutigen Montag, dass in Holzheim Feiern angesagt ist.

Nach dem Tanzabend am Samstag, stand am Sonntag der Frühschoppen an. Außerdem durften sich die Holzheimer bei der großen Verlosung über Fernseher, Rasenmäher und DVD-Player freuen. Am heutigen Montag klingt die Kirmes mit einem weiteren Frühschoppen in den Dorfkneipen aus. (srü)

Rh.-Lahn-Ztg. Diez vom Montag, 20. September 2004, Seite 12

Erst vier Ortschefs seit 1945

Bürgermeister Werner Dittmar und Beigeordneter Gerhard Ohl über die Entwicklung Holzheims

Über ein gutes Miteinander von Alt und Jung sowie von Einheimischen und Neubürgern freuen sich die Holzheimer. Positiv ist außerdem die Mischung aus Handel, Industrie und Landwirtschaft, die den Brückenschlag zwischen gestern und heute verdeutlicht.

HOLZHEIM. „Wir wollten Holzheim nicht zu einer reinen ,Schlafgemeinde‘ werden lassen“, meint Werner Dittmar, seit der Wahl im Juni neuer Bürgermeister von Holzheim. Genau wie sein langjähriger Vorgänger, der jetzige RuandaBeauftragte Helmut Weimar, wird er sich für eine weiterhin maßvolle Entwicklung seiner Heimatgemeinde einsetzen. Das bislang letzte Neubaugebiet heißt „Ober den Erlen“.

Bürgermeister Werner Dittmar und der zweite Beigeordnete Gerhard Ohl berichten von der Entwicklung ihres Heimatortes.
Bürgermeister Werner Dittmar und der zweite Beigeordnete Gerhard Ohl berichten von der Entwicklung ihres Heimatortes.


Starke Nachfrage

„Vor allem wegen der ICE- Strecke hatten wir 90 Anfragen für Bauplätze“, erklärt der Bürgermeister. Das neue Gebiet wurde jedoch nur 30 Bauplätze groß, da die Holzheimer den dörflichen Charakter ihres Orts erhalten wollen. „Rund 30 Prozent der Einwohner aus dem Neubaugebiet stammen aus Holzheim“, meint Werner Dittmar zur Mischung von Einheimischen und Zugezogenen. „Im alten Ortskern gibt es keinen Leerstand“, so der Bürgermeister.

Die Holzheimer Bürger sind gut versorgt. „Metzger und Bäcker kommen mehrmals pro Woche mit ihren Wagen zu uns“, erklärt der zweite Beigeordnete Gerhard Ohl. Die Grundversorgung sei völlig problemlos: „Wegen der Nähe zu Diez und zu Limburg und guter Nahverkehrsmöglichkeiten gibt es beim Einkauf keine Schwierigkeiten“, ergänzt Bürgermeister Dittmar. Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs ist er erst der vierte Bürgermeister in Holzheim. Theodor Birlenbach leitete die Gemeinde vom Kriegsende bis zur Gründung der Verbandsgemeinde Diez 1972. „Damals gab es Bestrebungen, dass Holzheim zur Verbandsgemeinde Hahnstätten kommen sollte“, so Werner Dittmar. Noch heute ist die Verbindung zur unteren Aar sehr stark ausgeprägt. Zweiter Bürgermeister wurde Willi Fuhr, der 1979 von Helmut Weimar abgelöst wurde. Weimar gab sein Amt erst zur Kommunalwahl in diesem Jahr auf.

Fünf Landwirte

„In unserer Gemeinde gibt es zurzeit vier Vollerwerbs- und einen Nebenerwerbslandwirt“, meint der Bürgermeister. Prosperierend zeige sich das Industriegebiet, das moderne Unternehmen beherbergt. Die Gemarkung Holzheims ist rund 500 Hektar groß, ein Drittel davon besteht aus Wald. „Zusammen mit Diez, Flacht, Niederneisen, Birlenbach und Balduinstein bilden wir den Forstverband Holzheim“, führt Werner Dittmar aus.

Wegen der vielen Autos, die tagtäglich durch Holzheim brausen – „es sind etwa 7000 Wagen am Tag“, so Gerhard Ohl – hoffen die Holzheimer auf die Verwirklichung von Umgehungsstraßen. „Wir brauchen die Südumgehung in Zusammenhang mit der Umgehung der Aargemeinden“, unterstreicht Werner Dittmar. Wegen des starken Verkehrs kommt es häufig am Engpass in der Ortsmitte zu Unfällen. Aber vielleicht ist ja eine Entlastung möglich – die Zukunft wird es zeigen…

Rh.-Lahn-Ztg. Diez vom Samstag, 18. September 2004, Seite 12

Eigentlich nur für die Fastnacht gegründet

Holzheimer Schoppensänger sind längst auch überregional bekannt – Bis zu 50 Auftritte im Jahr

Eigentlich sollte der 1983 von Kurt König neu gegründete Männerchor nur eine Bereicherung der örtlichen Kappensitzung sein. Aber der Auftritt der Schoppensänger unter der Leitung von Paul Müller war ein voller Erfolg. Und so ergab es sich recht schnell, dass die Gruppe zu einem festen Gesangsensemble wurde. Durch weitere Auftritte machten sie sich im Umkreis schnell einen Namen und singen seitdem regelmäßig bei Jubiläen, Familienfeiern, Liederabenden oder anderen Veranstaltungen.

2000 hat Roland Röhlich die musikalische Leitung übernommen. Paul Müller, der die Schoppensänger bis dahin 17 Jahre lang dirigiert hat, wird Anfang Oktober vom Chor zum Ehrenmitglied ernannt. Im vergangenen Jahr wurde das 20jährige Bestehen der Gruppe gefeiert und ein Verein gegründet. Dies war natürlich Anlass für ein großes Fest. Da der Tenor Gerhard Kraus auch bei den Mainzer Hofsängern aktives Mitglied ist, konnten die Holzheimer die befreundete Gruppe aus der Landeshauptstadt gewinnen, die Feierlichkeiten durch ihre Mitwirkung zu bereichern.

Ein Teil der 13 Schoppensänger schaute bei
Ein Teil der 13 Schoppensänger schaute bei „RLZ vor Ort“ vorbei und berichtete von den Aktivitäten des bekannten Ensembles.


Doch die Schoppensänger geben nicht nur vielbeachtete Konzerte, auch Rundfunk- und Fernsehauftritte sind in ihrer 20jährigen Geschichte zu finden. 1998 haben sie eine CD mit 18 Titeln produziert. Neben volkstümlicher Musik zählen auch Schlager, Seemannslieder und Operettenmelodien zu ihrem Programm. Geprobt wird sonntags von 10 bis 12 Uhr. „Dabei wird dann immer ein Schoppen getrunken – daher unser Name“, lachte der Vorsitzende Frank Bapst.

Von Veranstaltungen in ihrem Heimatort sind die 13 Sänger kaum noch wegzudenken. Ob Altennachmittage, Fastnacht, Weihnachtsfeiern oder große Jubiläen wie die 600- JahrFeier der Burg Ardeck – das Ensemble gehört zum Programm. Alle zwei bis drei Jahre machen die Holzheimer eine größere Konzertreise. Sie waren zum Beispiel schon in Österreich, Ungarn und Italien. Auch in Deutschland sind sie bereits weit herumgekommen. 1993 bereicherten sie das Rahmenprogramm der Internationalen Gartenschau in Stuttgart. In Holzheims Partnergemeinde Mönkeberg bei Kiel sind die Schoppensänger ebenfalls gern gesehene Gäste. „Im Jahr haben wir etwa 40 bis 50 Auftritte in einem Umkreis von 100 Kilometern“, berichtete der zweite Vorsitzende Hermann Baum, der auf der Bühne auch für die Moderation zuständig ist. Drei Schoppensänger sind auch im Holzheimer Männergesangverein „Eintracht“ aktive Mitglieder.

Trotzdem sehen sie einen großen Unterschied zwischen ihrer Gruppe und einem größeren Ensemble herkömmlicher Art. „Fröhlichkeit und Stimmungslieder stehen bei uns im Vordergrund“, erklärte Frank Bapst, „jede Stimme ist mit nur drei Männern besetzt, diese Größe ist für unser Liedgut und auch die Art unserer Auftritte sehr angenehm.“

Rh.-Lahn-Ztg. Diez vom Samstag, 18. September 2004, Seite 12