Lehrgarten ist ganzer Stolz

Holzheimer Obst- und Gartenbauverein ist bereits seit 1934 engagiert und zählt heute 144 Mitglieder

Der Obst- und Gartenbauverein Holzheim hat so einiges aufzuweisen: 144 Mitglieder, regelmäßige Veranstaltungen und, und, und. Der ganze Stolz des Vereins aber ist zweifelsohne der eigene Lehrgarten.

HOLZHEIM. „Die Förderung des landwirtschaftlichen und nebenerwerbsmäßigen Obst- und Gartenbaus und der Gartenkultur sowie die Verarbeitung, beziehungsweise Verwertung der Erzeugnisse durch den freien Zusammenschluss aller an diesen Fragen interessierten Mitglieder“, ist das Ziel des Holzheimer Obst- und Gartenbauvereins. So jedenfalls steht es in der Satzung. Und so wird es auch vorgelebt, von den insgesamt 144 rührigen Mitgliedern (darunter auch fünf Kinder) des bereits 1934 gegründeten Vereins. Von den damaligen Gründungsmitgliedern lebt heute nur noch Karl Ruß. Der 90Jährige ist nicht nur Ehrenmitglied des Obst- und Gartenbauvereins, sondern auch Holzheims ältester Mitbürger.

„ChefObst- und Gartenbauer“, sprich Vorsitzender des Vereins, ist derzeit Markus Müller. Ihm zur Seite stehen Tina Weber als zweite Vorsitzende, Hermann Wermuth (erster Kassierer), KarlAugust Meyer (zweiter Kassierer), Hans Waldforst (erster Schriftführer), Udo Bühler (zweiter Schriftführer) sowie die Beisitzer Rosie Meyer, Klaus Backhausen und Wolfgang Weiss.

Insgesamt 25 selbstgepflanzte Obstbäume schmücken den hübschen Lehrgarten des Obst- und Gartenbauvereins Holzheim.
Insgesamt 25 selbstgepflanzte Obstbäume schmücken den hübschen Lehrgarten des Obst- und Gartenbauvereins Holzheim.


Der ganze Stolz des Obst- und Gartenbauvereins ist der eigene Lehrgarten. „1993 wurde er von der Gemeinde gekauft und dem Verein kostenlos überlassen“, berichtet Vorstandsmitglied Hans Waldfort bei „RLZ vor Ort“. 25 Bäume wurden anschließend gepflanzt. „Alles Obstbäume, die durch Baumpartenschaften finanziert wurden“, so die zweite Vorsitzende Tina Weber.

Ein besonders erfreuliches Ereignis konnten die Holzheimer Obst- und Gartenbauer im Jahr 2001 feiern: Der Lehrgarten bekam eine Wasser- und Stromversorgung, die die Mitglieder komplett in Eigenregie installierten. „Bis dahin mussten wir das Wasser immer vom Friedhof holen“, blickt Hans Waldforst an die schwierigen Anfänge zurück. 2002 wurde der Lehrgarten überdies durch einen überdachten Freisitz bereichert.

Die Aktivitäten des Vereins sind vielfältig und spielen sich nicht ausschließlich im eigenen Lehrgarten ab. Neben den Baumschnittkursen im Frühjahr sowie dem Blütenfest Anfang Mai, füllen auch die Osterwanderung, Bastelabende, Steckkurse und Tagesausflüge zu Gartenschauen und anderen interessanten Zielen den umfangreichen Veranstaltungskalender.

Überdies wird der Obst- und Gartenbauverein auch immer wieder am Dorfgeschehen mit und unterstützt diverse Aktivitäten, wie den Almabtrieb oder den Umwelttag. Für die Betreuung der gemeindeeigenen Obstbäume zeichnen die engagierten Vereinsmitglieder ebenfalls verantwortlich.

Rh.-Lahn-Ztg. Diez vom Mittwoch, 22. September 2004, Seite 20

Das „Zentrum des Wissens“ hält jede Menge Medien bereit

Holzheimer Gemeindebücherei: Von der Waldexkursion bis zur CD-Rom

Von 1952 bis zur Schließung der Schule 1970 war die beliebte Ausleihstelle für Wissensdurstige eine ganz normale Schulbücherei. Von 1973 bis 1978 konnte man sich Bücher über den Ortsbürgermeister ausleihen. 1982 wurde ein fachlich fundierter Neuanfang mit knapp 800 Büchern gestartet, von denen ein Großteil schon früher angeschafft wurde.

Heute verfügt die Bücherei über einen stattlichen Bestand: 6850 aufgelistete Medien stehen für die „Kunden“ – es sind über 600 eingetragene Leser aus 29 verschiedenen Ortschaften – bereit. Davon entfallen auf den Kinder- und Jugendbuchbereich 3135 Exemplare. 1845 Romane, 1225 Sachbücher für Jugendliche und Erwachsene, 100 CD-Roms, 150 Kassetten, 50 Hörbücher und CDs und 20 Spiele stehen zur Ausleihe bereit. „Es gibt ganze Familien, die sich hier kulturell bedienen“, so Gudrun Waldforst. Das bedeutet, dass ständig mehr als 1000 Medien entliehen sind.

Gudrun Waldforst (rechts) berichtete vom umfangreichen Angebot der Gemeindebücherei.
Gudrun Waldforst (rechts) berichtete vom umfangreichen Angebot der Gemeindebücherei.


Attraktive Aktionen beleben das kleine Kulturzentrum der Gemeinde. Es gibt Kindergarten- und Klassenführungen. Man kann über konzentrierte Leseaufgaben mit inhaltlich populären Personen als Schüler der 3. und 4. Klasse einen Bibliotheksführerschein (BIB) bekommen. Es werden Schultüten mit Gutscheinen für Leseanfänger angeboten und es werden ständig wechselnde Buchausstellungen zu unterschiedlichen und aktuellen Themen begonnen.

Zurzeit sind die folgenden Gebiete präsent: „Europa entdecken für Kinder“, „Mord auf italienisch“, „Einfach nur gut leben“, eine „Lesespaßkiste“ für die 1. und 2. Klasse und das fachbezogene iTüpfelchen- Feuerwehrbücher für Kinder. Die ausgestellten Themen werden vorher besprochen und durch Leihgaben von befreundeten Bibliotheken ergänzt.

An jedem ersten Donnerstag im Monat gibt es in Holzheim für Kinder ab drei Jahren Betrachtungen von Bilderbüchern. So werden schon die Kleinsten an gutes Buchmaterial herangeführt und wissen schon sehr früh, wer Ali Mitgutsch, Astrid Lindgren oder Otfried Preußler sind. Auch das Kennenlernen der Freiwilligen Feuerwehr Holzheim oder die Exkursion in den Wald mit Revierförster Betz bleiben den Kindern in guter Erinnerung. Großen Erfolg hatte auch die Bilderausstellung der Jugendgruppe des Naturschutzbundes.

Vergangenes Jahr wurden die Höhepunkte einer Detektivnacht und Gruselstunden im Rathaus mit einem lebenden Gespenst gestaltet. Weihnachtliche Vorlese- und Bastelstunden sind in jedem Jahr der Renner. Gudrun Waldforst mit ihren acht Helfern hat für dieses Jahr im Rahmen der Bibliothekstage Rheinland- Pfalz am 30. September um 15 Uhr in der Burg Ardeck für Kinder ab vier Jahren ein besonderes Thema ausgearbeitet: Es werden Sagen um die Burg Ardeck erzählt.

Die Geschichte von Meister Seipel, der nach reichlichem Weingenuss in eine merkwürdige Feier einer unheimlichen Gesellschaft geraten war und sich auf unerklärliche Art aus kalten Geisterhänden befreien konnte…

Die Bücherei ist geöffnet: dienstags von 15 Uhr bis 17 Uhr, donnerstags von 15 Uhr bis 19 Uhr – in den Ferienwochen hat die Bücherei nur donnerstags auf.

Rh.-Lahn-Ztg. Diez vom Mittwoch, 22. September 2004, Seite 20

Nach der Schenkung aus dem „Dornröschenschlaf“ erwacht

Auswärts Premiere gefeiert: Dieses Jahr gingen die Holzheimer Schauspieler erstmals fremd – Aus Kostengründen ist alles Marke Eigenbau – Besucherrekord beim „Kaffeehaus“

BurgfestspieleArdeck begeistern Publikum seit 1986 mit ihren Stücken

Die Geschichte einer Theatergruppe hat in Holzheim eine lange Tradition: Schon vor und nach dem Ersten Weltkrieg pflegte man in der Aargemeinde das Theaterspielen. Doch mit der Zeit wurde das Schauspielern vernachlässigt und das Spielen ganz eingestellt.

Doch das sollte nicht das Ende sein: 1986 wurde die Ruine Ardeck der Gemeinde Holzheim geschenkt. Allerdings nur unter der Bedingung, dass die Burg für kulturelle Zwecke genutzt werden sollte. Somit war das Theaterspielen in Holzheim wieder vom „Dornröschenschlaf“ erweckt worden. Denn wie es der Zufall so wollte, trafen sich der Autor Horst Helfrich und der ehemalige Bürgermeister Helmut Weimar in einer Kneipe. Dabei wurde dann die Idee einer neuen Theatergruppe in Holzheim geboren und es entstand die bekannte Gruppe der BurgfestspieleArdeck.

„Unseren ersten Auftritt gab es gleich im Jahre der Burgschenkung 1986. Der Titel des Stückes, das aus der Feder von Horst Helfrich stammt, war ,Graf Uhland‘. 70 Schauspieler aus unserem Ort wirkten dabei mit. Jedoch blieb es das einzige ernste Stück – die Zuschauer mögen Komödien lieber“, so der erste Vorsitzende der Theatergruppe, Bernd Felten, der nun schon seit acht Jahren in diesem Amt fungiert.

Vorhang auf: Seit 1986 bereits steht die Holzheimer Schauspieltruppe auf der Bühne und begeistert ihr Publikum.
Vorhang auf: Seit 1986 bereits steht die Holzheimer Schauspieltruppe auf der Bühne und begeistert ihr Publikum.


„In den ersten Jahren spielten wir auf einer Bühnenkonstruktion. Erst Mitte der 90er erhielten wir die Erlaubnis, eine Naturbühne aufzuschütten. Diese passt viel besser zu der tollen Kulisse der Burg Ardeck“, erzählt Bernd Felten weiter. So ist es für die Theatergruppe, die ihrem Publikum alle zwei Jahre ein Stück auf der Ardeck präsentiert, jedes Mal eine „Heidenarbeit“ alle Vorbereitungen für das Spielen des Stückes zu treffen. „Es dauert zirka drei Monate bis die Kulisse steht, die Technik funktioniert und alle Konstruktionen auf der Naturbühne stimmen. Aber wir erhalten immer viel Hilfe von allen Bürgern aus Holzheim.

So entwirft unser ehemaliger Schauspieler Manfred Köhler zum Beispiel die Bühnenbilder. Aus Kostengründen bauen und basteln wir nämlich alles selbst“, erklärt Felten, der auch schon seit der Gründung in der Theatergruppe mitwirkt und auch in jedem Theaterstück aktiv auf der Bühne zu sehen war. „Im Vorfeld sind weit mehr als 100 Menschen für den reibungslosen Ablauf des Stückes verantwortlich“, so das Urgestein der Theatergruppe.

Im vergangenen Jahr erhielten die Holzheimer sogar Hilfe von einem echten Künstler: Rolf May aus Altendiez beteiligte sich am Entwerfen und Herstellen der Kulissen. Immerhin gab es ein „Jubiläum“ zu feiern: Zum zehnten Mal nun schon stand die Laienschauspielgruppe auf der Bühne. Aus diesem Grund wurde deshalb außer dem Stück „Die lustigen Vagabunden“ auch erstmals ein Kinderschauspiel präsentiert. Bei „Der Teufel mit den drei goldenen Haaren“ hatten die Kleinen sehr viel Spaß.

Bernd Felten und Manfred Köhler sind für die Auswahl der Theaterstücke verantwortlich. So entschieden sie sich nach einem Urlaub in Venedig einmal für „Das Kaffeehaus“. Begeistert von den schönen Kostümen, die Venedig zur Karnevalszeit zu bieten hat, nähten sich einige aus der Theatergruppe solche „Masken“, wie die Kostüme in Venedig genannt werden. „In diesen Masken durften wir sogar einmal den Frankfurter Opernball eröffnen, das war wirklich ein schönes Erlebnis“, erinnert sich Felten.

„Das Kaffeehaus“ bescherte der Gruppe auch eine der schönsten Theaternächte der Vereinsgeschichte: „Mit einem Besucherrekord von mehr als 800 Zuschauern machte das Spielen besonders viel Spaß“, ist der erste Vorsitzende noch heute begeistert. „Die Masken waren mit Abstand die schönsten Kostüme, die wir hatten. Ansonsten bekommen wir viele Kleiderspenden von Bürgern aus Holzheim und haben uns mittlerweile schon einen großen Fundus im alten Wasserhäuschen in Holzheim angesammelt“, erzählt Felten stolz.

In diesem Jahr spielten die Schauspieler der Aargemeinde mal nicht auf ihrer Heimatbühne, der Burg Ardeck, sondern hatten erstmalig Premiere auf einer auswärtigen Bühne: Beim Limburger Theaterfestival begeisterten sie das Publikum mit dem Stück „Das gefundene Fressen“. „Da unsere Kulissen immer sehr aufwendig gestaltet sind, wäre es sehr problematisch, öfters auswärts zu spielen. Obwohl wir schon oft Anfragen erhalten haben“, so Felten.

Im kommenden Jahr geht’s an den beiden letzten Augustwochenenden dann zum Spielen auch wieder auf die „Ardeck“. Dafür ist die Theatergruppe bereits jetzt schon im Einsatz. Auch neue Schauspieler sucht die Gruppe noch für das Stück im nächsten Jahr. „Wir freuen uns über jeden Zuwachs, den unsere Gruppe erhält“, lädt Bernd Felten alle Interessenten ein, zu der Gruppe hinzuzustoßen.

Rh.-Lahn-Ztg. Diez vom Mittwoch, 22. September 2004, Seite 20

Aktion mit sehr viel Präzision gemeistert

Kirmesburschen und mädchen schmückten Wahrzeichen des großen Heimatfestes in Holzheim

HOLZHEIM. Keine Kirmes ohne Kirmesbaum: Eine Tradition, die auch in Holzheim am Wochenende fortgeführt wurde. Rund 15 Meter lang und hübsch geschmückt, suchte der Baum am Samstag seinen Weg von der Horizontalen in die Senkrechte. Ein Kraftakt, bei dem in Holzheim auch in diesem Jahr ein Kran gute Dienste leistete.

Schön herausgeputzt hatten die Kirmesburschen und -mädchen den Baum.  Foto: Rüggeberg
Schön herausgeputzt hatten die Kirmesburschen und -mädchen den Baum.
Foto: Rüggeberg


Also heben, ziehen, stemmen und das gute Stück in wahrer Zentimeterarbeit nach und nach in die richtige Position bringen. Die 14 Kirmesburschen und mädchen hatten das Wahrzeichen ihres Heimatfestes vorher herausgeputzt. Vor der Ardeckhalle streckt der Baum jetzt seine Krone weit über die Dächer des Dorfes und signalisiert noch bis zum heutigen Montag, dass in Holzheim Feiern angesagt ist.

Nach dem Tanzabend am Samstag, stand am Sonntag der Frühschoppen an. Außerdem durften sich die Holzheimer bei der großen Verlosung über Fernseher, Rasenmäher und DVD-Player freuen. Am heutigen Montag klingt die Kirmes mit einem weiteren Frühschoppen in den Dorfkneipen aus. (srü)

Rh.-Lahn-Ztg. Diez vom Montag, 20. September 2004, Seite 12

50 Pfennig von jeder Sängerin

Frauenchor „1963/1973“ Holzheim: Mehr als vier Jahrzehnte erfolgreich

Die Lust am Singen sorgt beim Frauenchor „1963/1973“ Holzheim nun schon mehr als 40 Jahre für Aktivitäten. Es ist ein überaus lebendiger Verein, in dem jede Sängerin ihr individuelles Talent einbringen kann. Das große Plus des Chores ist die Einigkeit, die trotz aller Gegensätze über all die Jahre bewahrt wurde. „Darauf sind wir stolz“, meint die Vorsitzende Ruth Schneider.

Stark vertreten präsentierte sich der Holzheimer Frauenchor beim Besuch von RLZ
Stark vertreten präsentierte sich der Holzheimer Frauenchor beim Besuch von RLZ „vor Ort“.


Ein Blick in die Vereinsgeschichte zeigt die Anfänge im Jahre 1963. Dank der beharrlichen Initiative von Else Birlenbach wurde der Verein ins Leben gerufen. Oberlehrer Robert Pauly übernahm die Chorleitung. Die darauffolgenden nächsten zehn Jahre trafen sich die Frauen zu Proben in der neuen Schule. Aus Geldmangel wurden die Noten von der Tafel abgeschrieben. Das erste Liederbuch wurde aus dem Budget der Kirchengemeinde gestiftet.

Da die Kasse leer war, konnte dem Dirigenten kein Honorar bezahlt werden. Er erhielt zum Ausgleich an besonderen Festtagen im Laufe eines Jahres ein kleines Geschenk als Anerkennung für seine engagierte Chorarbeit. Um eine finanzielle Grundlage zu schaffen, sammelte man schließlich von jeder Sängerin 50 Pfennig ein. Im Jahr 1973 schloss sich der Frauenchor dem Deutschen Sängerbund an, und Robert Pauly legte aus gesundheitlichen Gründen den Dirigentenstab nieder. In dem neuen Vorstand wurden Martha Langenau Vorsitzende und Angelika Seib neue Chorleiterin. Der Chor ging 1975 zum ersten Wettstreit und errang einen 2. und einen 3. Preis. Wettstreite, Kritik- und Wertungssingen folgten. Bei all dem kam die Geselligkeit nicht zu kurz. Bis 1993 wurden Faschingsveranstaltungen gefeiert. Auch Wanderungen und Halbtagsausflüge gehörten zum Jahresprogramm.

Die Frauen hoffen nun auf neue Mitglieder, die sich mit bewährter und neuerer Chor- Literatur wohl fühlen. Im Jahr 1992 gab Angelika Seib den Dirigentenstab weiter an Rolf Schultheis. Nach 30 Jahren traten 2003 Helene Stendebach als Vorsitzende und Hildegard Bittkau als 2. Vorsitzende von ihren Ämtern zurück. Sie erhielten ein herzliches Dankeschön für ihr langjähriges Engagement. Die Gründungsmitglieder Helene Stendebach, Leni Bauer, Emi Langschied und Martha Langenau konnten bei der Feier zum 40jährigen Bestehen des Chores 2003 Ehrungen entgegennehmen. Das 20jährige Bestehen der Partnerschaft zwischen Mönkeberg und Holzheim 2003 war der Anlass, einen Projektchor mit dem Männergesangverein Holzheim zu gründen.

In der Vakanz, nachdem Rolf Schultheis Anfang 2004 den Dirigentenstab niederlegte, übernahm Martina Becker die Chorleitung. Am 16. Oktober wird der Frauenchor zu einem Weinfest wieder seine Stimmen erklingen lassen. Die Frauen werden auch die Herbsttagung des Sängerkreises Unterlahn ausrichten.

Rh.-Lahn-Ztg. Diez vom Samstag, 18. September 2004, Seite 12

Erst vier Ortschefs seit 1945

Bürgermeister Werner Dittmar und Beigeordneter Gerhard Ohl über die Entwicklung Holzheims

Über ein gutes Miteinander von Alt und Jung sowie von Einheimischen und Neubürgern freuen sich die Holzheimer. Positiv ist außerdem die Mischung aus Handel, Industrie und Landwirtschaft, die den Brückenschlag zwischen gestern und heute verdeutlicht.

HOLZHEIM. „Wir wollten Holzheim nicht zu einer reinen ,Schlafgemeinde‘ werden lassen“, meint Werner Dittmar, seit der Wahl im Juni neuer Bürgermeister von Holzheim. Genau wie sein langjähriger Vorgänger, der jetzige RuandaBeauftragte Helmut Weimar, wird er sich für eine weiterhin maßvolle Entwicklung seiner Heimatgemeinde einsetzen. Das bislang letzte Neubaugebiet heißt „Ober den Erlen“.

Bürgermeister Werner Dittmar und der zweite Beigeordnete Gerhard Ohl berichten von der Entwicklung ihres Heimatortes.
Bürgermeister Werner Dittmar und der zweite Beigeordnete Gerhard Ohl berichten von der Entwicklung ihres Heimatortes.


Starke Nachfrage

„Vor allem wegen der ICE- Strecke hatten wir 90 Anfragen für Bauplätze“, erklärt der Bürgermeister. Das neue Gebiet wurde jedoch nur 30 Bauplätze groß, da die Holzheimer den dörflichen Charakter ihres Orts erhalten wollen. „Rund 30 Prozent der Einwohner aus dem Neubaugebiet stammen aus Holzheim“, meint Werner Dittmar zur Mischung von Einheimischen und Zugezogenen. „Im alten Ortskern gibt es keinen Leerstand“, so der Bürgermeister.

Die Holzheimer Bürger sind gut versorgt. „Metzger und Bäcker kommen mehrmals pro Woche mit ihren Wagen zu uns“, erklärt der zweite Beigeordnete Gerhard Ohl. Die Grundversorgung sei völlig problemlos: „Wegen der Nähe zu Diez und zu Limburg und guter Nahverkehrsmöglichkeiten gibt es beim Einkauf keine Schwierigkeiten“, ergänzt Bürgermeister Dittmar. Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs ist er erst der vierte Bürgermeister in Holzheim. Theodor Birlenbach leitete die Gemeinde vom Kriegsende bis zur Gründung der Verbandsgemeinde Diez 1972. „Damals gab es Bestrebungen, dass Holzheim zur Verbandsgemeinde Hahnstätten kommen sollte“, so Werner Dittmar. Noch heute ist die Verbindung zur unteren Aar sehr stark ausgeprägt. Zweiter Bürgermeister wurde Willi Fuhr, der 1979 von Helmut Weimar abgelöst wurde. Weimar gab sein Amt erst zur Kommunalwahl in diesem Jahr auf.

Fünf Landwirte

„In unserer Gemeinde gibt es zurzeit vier Vollerwerbs- und einen Nebenerwerbslandwirt“, meint der Bürgermeister. Prosperierend zeige sich das Industriegebiet, das moderne Unternehmen beherbergt. Die Gemarkung Holzheims ist rund 500 Hektar groß, ein Drittel davon besteht aus Wald. „Zusammen mit Diez, Flacht, Niederneisen, Birlenbach und Balduinstein bilden wir den Forstverband Holzheim“, führt Werner Dittmar aus.

Wegen der vielen Autos, die tagtäglich durch Holzheim brausen – „es sind etwa 7000 Wagen am Tag“, so Gerhard Ohl – hoffen die Holzheimer auf die Verwirklichung von Umgehungsstraßen. „Wir brauchen die Südumgehung in Zusammenhang mit der Umgehung der Aargemeinden“, unterstreicht Werner Dittmar. Wegen des starken Verkehrs kommt es häufig am Engpass in der Ortsmitte zu Unfällen. Aber vielleicht ist ja eine Entlastung möglich – die Zukunft wird es zeigen…

Rh.-Lahn-Ztg. Diez vom Samstag, 18. September 2004, Seite 12

Eigentlich nur für die Fastnacht gegründet

Holzheimer Schoppensänger sind längst auch überregional bekannt – Bis zu 50 Auftritte im Jahr

Eigentlich sollte der 1983 von Kurt König neu gegründete Männerchor nur eine Bereicherung der örtlichen Kappensitzung sein. Aber der Auftritt der Schoppensänger unter der Leitung von Paul Müller war ein voller Erfolg. Und so ergab es sich recht schnell, dass die Gruppe zu einem festen Gesangsensemble wurde. Durch weitere Auftritte machten sie sich im Umkreis schnell einen Namen und singen seitdem regelmäßig bei Jubiläen, Familienfeiern, Liederabenden oder anderen Veranstaltungen.

2000 hat Roland Röhlich die musikalische Leitung übernommen. Paul Müller, der die Schoppensänger bis dahin 17 Jahre lang dirigiert hat, wird Anfang Oktober vom Chor zum Ehrenmitglied ernannt. Im vergangenen Jahr wurde das 20jährige Bestehen der Gruppe gefeiert und ein Verein gegründet. Dies war natürlich Anlass für ein großes Fest. Da der Tenor Gerhard Kraus auch bei den Mainzer Hofsängern aktives Mitglied ist, konnten die Holzheimer die befreundete Gruppe aus der Landeshauptstadt gewinnen, die Feierlichkeiten durch ihre Mitwirkung zu bereichern.

Ein Teil der 13 Schoppensänger schaute bei
Ein Teil der 13 Schoppensänger schaute bei „RLZ vor Ort“ vorbei und berichtete von den Aktivitäten des bekannten Ensembles.


Doch die Schoppensänger geben nicht nur vielbeachtete Konzerte, auch Rundfunk- und Fernsehauftritte sind in ihrer 20jährigen Geschichte zu finden. 1998 haben sie eine CD mit 18 Titeln produziert. Neben volkstümlicher Musik zählen auch Schlager, Seemannslieder und Operettenmelodien zu ihrem Programm. Geprobt wird sonntags von 10 bis 12 Uhr. „Dabei wird dann immer ein Schoppen getrunken – daher unser Name“, lachte der Vorsitzende Frank Bapst.

Von Veranstaltungen in ihrem Heimatort sind die 13 Sänger kaum noch wegzudenken. Ob Altennachmittage, Fastnacht, Weihnachtsfeiern oder große Jubiläen wie die 600- JahrFeier der Burg Ardeck – das Ensemble gehört zum Programm. Alle zwei bis drei Jahre machen die Holzheimer eine größere Konzertreise. Sie waren zum Beispiel schon in Österreich, Ungarn und Italien. Auch in Deutschland sind sie bereits weit herumgekommen. 1993 bereicherten sie das Rahmenprogramm der Internationalen Gartenschau in Stuttgart. In Holzheims Partnergemeinde Mönkeberg bei Kiel sind die Schoppensänger ebenfalls gern gesehene Gäste. „Im Jahr haben wir etwa 40 bis 50 Auftritte in einem Umkreis von 100 Kilometern“, berichtete der zweite Vorsitzende Hermann Baum, der auf der Bühne auch für die Moderation zuständig ist. Drei Schoppensänger sind auch im Holzheimer Männergesangverein „Eintracht“ aktive Mitglieder.

Trotzdem sehen sie einen großen Unterschied zwischen ihrer Gruppe und einem größeren Ensemble herkömmlicher Art. „Fröhlichkeit und Stimmungslieder stehen bei uns im Vordergrund“, erklärte Frank Bapst, „jede Stimme ist mit nur drei Männern besetzt, diese Größe ist für unser Liedgut und auch die Art unserer Auftritte sehr angenehm.“

Rh.-Lahn-Ztg. Diez vom Samstag, 18. September 2004, Seite 12

Nicht nur auf der Bühne aktiv

„Fairy Tale“ begeistert sein Publikum nun schon seit fast zwei Jahrzehnten

Im Jahre 2006 können die Akteure des Theatervereins „Fairy Tale“ auf 20 Jahre Theaterarbeit zurückblicken. So lange bereits begeistern die Hobbyschauspieler immer wieder ihr Publikum. 1986 wurde die „Märchenbühne Holzheim“ von Monika Birlenbach ins Leben gerufen. Seit dieser Zeit kamen regelmäßig zur Weihnachtszeit Märchen zur Aufführung, besonders solche der Gebrüder Grimm. Aber auch moderne Inszenierungen, etwa „Arielle“ oder „Die Schöne und das Biest“, lockten vorwiegend Kindergarten- und Grundschulkinder nach Holzheim.

Die „Märchenbühne“ war bis zum Jahre 2000 eine Untergruppe im Verein Ardeck Burgfestspiele. Dann wurde der heutige Verein „Fairy Tale“ Holzheim mit Monika Birlenbach als der Vorsitzenden gegründet. Der Verein zählt mehr als 60 Mitglieder. Seit der Eigenständigkeit werden auch alle zwei Jahre Sommertheaterspiele für Erwachsene angeboten. In diesem Jahr wurde die Gruppe neben den zwei Aufführungen im heimischen Holzheim noch für drei auswärtige Auftritte engagiert und ist so mit dem Stück „Einer spinnt immer“ quasi als „Wanderbühne“ unterwegs.

Freuen sich schon auf die Geburtstagfeier in knapp zwei Jahren: Die
Freuen sich schon auf die Geburtstagfeier in knapp zwei Jahren: Die „Fairy Tale“-Vorsitzende Monika Birlenbach und Mitglied Reinhard Gräber vor dem Vereinsheim.


Damit die Kindergruppe nicht zu kurz kommt, gab es in diesem Jahr erstmals ein Sommertheater unter dem Motto „Kinder spielen für Kinder“ mit drei erfolgreichen Vorstellungen. An Weihnachten werden die beiden Gruppen zusammen ein Weihnachtsmärchen spielen. Für die Zukunft sind zusätzliche Veranstaltungen – nicht nur auf der Theaterbühne – geplant. Dies kann ohne Probleme umgesetzt werden, da der Verein seit 2003 über ein eigenes voll ausgestattetes Vereinsheim in der Jahnstraße 3 in Holzheim verfügt. Dort sind alle Requisiten und ein reichhaltiger Fundus untergebracht.

Noch in diesem Jahr soll auf Initiative des „Altbürgermeisters“ Helmut Weimar eine Theaterpartnerschaft mit einer Theatergruppe aus dem Bayerischen Wald gegründet werden. „Fairy Tale hofft“, dass die Bayern beim 20. Geburtstag in knapp zwei Jahren nach Holzheim kommen. Die Planungen für die Feierlichkeiten sind schon jetzt in vollem Gange.

Neben den Theateraufführungen wird viel für die Geselligkeit und den Zusammenhalt der Gruppe getan. So wurde im Sommer eine Kinderfreizeit unter der Obhut von Uschi Michel und Reinhard Gräber mit Spielen und einem Grillabend auf dem Vereinsgelände angeboten. Ausflüge und Tagestouren stehen ebenfalls auf dem Programm.

Auch beim Faschingsumzug des Dreierbundes LimburgDiezHadamar ist die Mannschaft von „Fairy Tale“ mit einem eigenen Wagen dabei. Als Lohn für alle Mühe und Probenarbeit im Laufe eines Jahres gibt es für Kinder wie Erwachsene am letzten Aufführungstag des Weihnachtsmärchens anschließend einen geselligen Abend.

Rh.-Lahn-Ztg. Diez vom Samstag, 18. September 2004, Seite 12

Sie sind die „guten Engel“ der Gemeinde

Seit zwei Jahren bereits sorgen einige Frauen für ein schöneres Holzheim und sparen dadurch Kosten

Man könnte sie auch die „guten Engel“ aus Holzheim nennen:

zirka elf Frauen sorgen nämlich für Ordnung und Sauberkeit in der Gemeinde. Ob Beete gießen oder Unkraut rupfen – die Frauen sind mit Herz und Seele bei der ehrenamtlichen Arbeit dabei. „Unser ehemaliger Bürgermeister suchte Helfer für eine Reinigungsaktion und machte einen Rundruf. Daraufhin erklärten wir uns bereit, dass wir die gemeinnützige Arbeit ab diesem Zeitpunkt übernehmen“, so eine der Helferinnen.

Die fleißigen Frauen sorgen mit ihren Pflanz- und Pflegearbeiten für ein schöneres Ortsbild und sparen der Gemeinde Kosten.
Die fleißigen Frauen sorgen mit ihren Pflanz- und Pflegearbeiten für ein schöneres Ortsbild und sparen der Gemeinde Kosten.


Seitdem pflanzen die Frauen auch immer schöne Blumen in die Beete und pflegen diese. „So machen wir unseren Ort nicht nur schöner, die Gemeinde spart dank uns auch viele Geld“, schmunzeln die Frauen, die für ihr Engagement keinen Cent verlangen. „Es macht uns einfach Spaß, etwas für die Gemeinde zu tun“, so die ehrenamtlichen GemeindeHelferinnen.

Die Frauen arbeiten immer in kleinen Gruppen von drei bis vier Personen und wechseln sich mit der Arbeit die anfällt ab. So wird unter anderem die Leichenhalle und auch die Kapelle geputzt, aber auch der Friedhof gereinigt. Diese Arbeiten verrichten die Helferinnen nun bereits schon seit zwei Jahren. „Wir haben immer sehr viel Spaß bei der Arbeit“, erzählt eine der Frauen, „aber manchmal ist es auch ganz schön anstrengend.

„Wir müssen derzeit noch das Wasser für die Beete am Ortseingang aus der Aar holen. Das ist wie in früheren Zeiten“, nehmen die „BeeteFrauen“ die Anstrengung mit einem Lächeln in Kauf. Für diese Umstände hat Bürgermeister Werner Dittmar aber schon bald Abhilfe versprochen: In naher Zukunft soll ein Fass in der Nähe der Beeten aufgestellt werden, damit die „guten Engel“ der Gemeinde bei ihrer Arbeit entlastet werden.

Rh.-Lahn-Ztg. Diez vom Freitag, 17. September 2004, Seite 20

Zahlreiche Holzheimer Motive in einem Kalender verewigt

Die Künstlerin Marianne Lahmer ist in ihrer Wahlheimat voll integriert

„Kunst ist Finden ohne zu Suchen…“ lautet der Leitgedanke von Marianne Lahmer für all ihre vielseitigen Objekte, die sie geschaffen hat und auch in Zukunft noch gestalten will. Seit 22 Jahren bereits ist Marianne Lahmer mit ihrer Familie in Holzheim ansässig. Nicht nur anwesend – sondern aktiv im Gemeindeleben integriert.

Durch ihr berufliches Engagement sind Lahmers bekannt. Dennoch ist „MaLa“ – Marianne Lahmer – für die Holzheimer in erster Linie einfach „die Malerin“.

Marianne Lahmer hat bereits viele Holzheimer Motive gemalt. Bei
Marianne Lahmer hat bereits viele Holzheimer Motive gemalt. Bei „RLZ vor Ort“ präsentierte sie den Lehrgarten des Obst- und Gartenbauvereins.


„MaLa“, 1952 in Bensberg bei Köln geboren, Fachabitur und pädagogische Ausbildung, belegte für ihre künstlerische Ausbildung mehrere Seminare bei Kunstdozentin Birgit Lord. Seit 1993 war sie Mitglied der Künstlergruppe „Art & Colour“, „die inzwischen aber leider nicht mehr besteht“, so die WahlHolzheimerin.

Seit 2002 hat sie sich dem Künstlerverein „Lahn Artists“ angeschlossen. Ihre erste Einzelausstellung präsentierte sie in der Holzheimer Bücherei im Rathaus, und zur 1225JahrFeier von Holzheim entwarf sie einen Aquarellkalender mit heimischen Motiven. Ob es die Ardeck, das Rathaus, ein wunderschönes Bauernhaus, oder die etwas nüchtern wirkende Ardeckhalle mit Kirmesbaum, die sommerliche Impression, oder das winterliche Dorf ist – man spürt die Liebe zum Detail und die Sympathie für die Wahlheimat. Die Gestaltungsvielfalt ihrer Werke beweist Marianne Lahmer täglich neu. Für die viel beachtete Ausstellung „Alles Blech“ in der AmthofGalerie in Bad Camberg zum Beispiel entwickelte sie ein anspruchvolles Triptychon.

Neue Arbeiten bestimmen zurzeit ihren Tagesablauf. Großformatige Malereien mit floralen Motiven in Acryl, abstrakte Aquarelle und Tuschezeichnungen runden ihr künstlerisches Spektrum ab. Außerdem sind noch Skulpturen im Entstehen.

In Einzel- und Gruppenausstellungen und auch zu Hause in ihrem „Atelier MaLa“, Schöne Aussicht 14, in Holzheim kann man ihre Kunst bewundern. Die Vielseitigkeit und Ausdruckskraft in ihren Arbeiten sind gut durchdachte und ausgeführte Kunstobjekte mit anspruchsvollem Denken. Man darf auf die folgenden Werke der sympathischen Künstlerin aus Holzheim gespannt sein.

Rh.-Lahn-Ztg. Diez vom Freitag, 17. September 2004, Seite 20